Womit Mallorcas Clubszene zu Silvester aufwartet
Sowohl in Calvià als auch in Palma soll kräftig gefeiert werden. An der Playa kündigen unter anderem Bierkönig und Amok große Partys an

Der Amok Club entwickelt sich zu einer der beliebtesten Diskotheken in Palma. Für die Silvesterfeier sind Anfang Dezember schon fast alle Karten ausverkauft. / Patrick Schirmer Sastre
Die Clubs in Palma und Calvià wollen an Silvester weitgehend öffnen, damit "das Nachtleben weiterlebt". Das hat Miguel Pérez Marsá, Präsident des mallorquinischen Diskothekenverbands ABONE angekündigt. Er räumte ein, dass es ein Fehler gewesen sei, im vergangenen Jahr viele der Lokale in der Weihnachtszeit – die sich in Spanien bekanntermaßen über Silvester hinaus, bis zur Ankunft der Heiligen Drei Könige am 6. Januar, erstreckt – geschlossen zu lassen.
Geplant ist demnach, dass in der Nacht vom 31. Dezember vor allem in Calvià etwas geboten wird. Mallorcas größte Diskothek BCM in Magaluf öffnet an diesem Abend sowie bereits am 19. Dezember für ein Event. In Palma konzentriert sich das Angebot vor allem auf den Paseo Marítimo, die Industriegebiete und Santa Catalina.
An der Playa de Palma bleibt der Megapark definitiv geschlossen. Dafür veranstaltet sein Konkurrent, der Bierkönig, einen einwöchigen Party-Marathon. Über die Weihnachtszeit gibt es im Amok ebenfalls Party-Events sowie eine Silvesterfeier, die bereits fast ausgebucht ist.
Für die Weihnachtszeit wollen die Betreiber vor allem die jungen Residenten in den Blick nehmen. Um diese Zielgruppe zu halten, sollen die Eintrittspreise moderat bleiben – teure Star-DJs sind daher nicht geplant. Außerdem geht die Branche davon aus, dass viele Gäste ihre Tickets erst sehr kurzfristig kaufen, weshalb man mit viel Nachfrage in letzter Minute rechnet.
Fokus auf Stammkundschaft statt schnelle Gewinne
Wichtiger als der kurzfristige Profit sei die Signalwirkung, betont Pérez Marsá: Man wolle die Aktivität des Sektors auch außerhalb der Sommer-Hochsaison aufrechterhalten und verhindern, dass die Residenten das Interesse an den Diskotheken verlieren. „Die Menschen wollen an Silvester abends ausgehen und feiern, und der Sektor muss diese Nachfrage bedienen, um weiterbestehen zu können“, sagte er.
Man habe sich zwar von der Idee verabschiedet, sechs Monate im Jahr durchgängig geöffnet zu haben – das sei schlicht nicht rentabel. Ziel sei es aber, an den wichtigsten Tagen im Kalender ein Angebot für die Einheimischen bereitzustellen.
Bei der Personalsuche rechnet der Verband nicht mit größeren Problemen. Zwar würden die Teams eher klein gehalten, aber viele Beschäftigte, die im Sommer in der Tourismusbranche arbeiten, seien jetzt verfügbar. Hinzu komme, dass ein Einsatz an Silvester wegen der besseren Bezahlung eine attraktive zusätzliche Einnahme sei. Trotzdem bleibe der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften eines der großen Probleme für die kommende Sommersaison, so Pérez Marsá. Die hohen Lebenshaltungs- und Mietkosten auf der Insel erschwerten es immer mehr, Personal von außerhalb zu gewinnen – und die lokalen Arbeitskräfte reichten nicht aus.
Erschwerend kommen die langen Wartezeiten für Termine bei der Ausländerbehörde, wenn es um die notwendigen Arbeitsgenehmigungen für Beschäftigte aus anderen Staaten gehe. Die Zahl der Arbeitnehmer aus Großbritannien sei inzwischen „minimal“, so der Verbandschef.
„Unlauterer Wettbewerb“ durch andere Angebote
Ein großes Ärgernis für die Branche bleibt laut ABONE der als unlauter empfundene Wettbewerb. Zum einen breitet sich die Praxis des sogenannten Tardeo – Feiern am Nachmittag – weiter aus. Problematisch sei dies vor allem, wenn sie in Restaurants stattfindet, die Musik und Getränke wie in einem Club anbieten, dafür aber weder über die entsprechende Lizenz noch über die gleichen Auflagen wie Diskotheken verfügen.
Viele dieser Betriebe hätten weder Sicherheitsdienst noch ausreichende Schallschutzmaßnahmen. Die Folge seien Lärmbeschwerden aus der Nachbarschaft und ein Imageschaden für den gesamten Sektor. „Sie fügen uns enormen Schaden zu“, betonte Pérez Marsá. Hinzu kommen illegale Partys in Privatwohnungen, bei denen Eintritt verlangt wird – ein Phänomen, das sowohl im Sommer als auch rund um Weihnachten regelmäßig auftrete.
Bei den Restaurants, die ohne Genehmigung Musik auflegen und quasi als Club fungieren, wisse man genau, um welche Betriebe es sich handele, so der Verbandschef. Allerdings passiere so gut wie nichts, weil die Behörden mit der Bearbeitung der Anzeigen „völlig überlastet“ seien.
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