Mädchen auf Mallorca als Sexsklavin gehalten – Staatsanwaltschaft fordert 40 Jahre Haft
Der Spanier hatte die Zwölfjährige gemeinsam mit ihrer Mutter aus Nigeria auf die Insel gebracht

Guardia Cvil
Der Fall erinnert an den österreichischen Sexualstraftäter Josef Fritzl oder die Entführung von Natascha Kampusch: Ein bei seiner Festnahme 49-jähriger Spanier soll auf Mallorca fünf Jahre lang ein zwölfjähriges Mädchen als Sexsklavin gehalten haben. Wenn das Kind seinen Wünschen nicht nachkam, schickte der Mann es zur Bestrafung in ein verstecktes, dunkles Kellerloch. Jetzt fordert die Staatsanwaltschaft laut einem Bericht der mallorquinischen Tageszeitung "Última Hora" 40 Jahre Haft für den mutmaßlichen Täter. Wann es zu dem Prozess kommt, steht noch nicht fest.
Der Mann war, wie aus Polizeimitteilungen in den Tagen der Festnahme im Mai 2024 hervorgeht, 2015 nach Nigeria gereist. Er gab sich dort als Menschenfreund aus, der einer mehrfachen Mutter ein besseres Leben auf Mallorca ermöglichen wollte. Sein eigentlicher Plan sah aber wohl vor, ein Kind zu adoptieren. Das war ihm wegen der bürokratischen Hürden nicht möglich. Über Jahre lang redete er daher der Mutter ins Gewissen, ihn zu heiraten und mit ihm nach Mallorca zu kommen.
Der Mann trennte das Mädchen von der Mutter
2019 war es dann so weit. Zuerst lebten sie kurze Zeit bei ihm. Dann beendeten sie die Scheinehe. Er suchte ihr eine Wohnung in einem Dorf. Das Mädchen, das alleine mit der Mutter mitgekommen war, blieb bei ihm auf einer Finca bei Algaida. Angeblich wollte der Mann das Sorgerecht beantragen, um ihre Schwestern auf die Insel holen zu können.
Der Mann vergewaltigte das Mädchen über Jahre hinweg und drohte ihr und der Mutter mit der Abschiebung, wenn sie ihm nicht gehorchten. Die härteste Bestrafung war das Loch unter seinem Schreibtisch. Dabei handelte es sich um einen ehemaligen Wassertank.
Als das Mädchen mitbekam, dass der Mann beantragt hatte, auch ihre Schwestern auf die Insel zu holen, bekam sie wohl Angst, dass ihnen das gleiche Schicksal drohen könnte. Die mittlerweile 17-Jährige soll sich an die Hermanas Oblatas gewandt haben. Der Orden, der sich um Frauen in Not kümmert, erstatte Anzeige bei der Polizei, die den Mann im Mai 2024 festnahm.
Bei der Hausdurchsuchung fanden die Ermittler auch kinderpornografisches Material. Offenbar filmte der Festgenommene die Vergewaltigungen und stellte sie ins Internet.
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