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Angeklagt und abgetaucht: Deutsche Immobilienmaklerin soll Käufer auf Mallorca betrogen haben

Zwei Betrugsfälle, zehntausende Euro Schaden: Eine deutsche Maklerin auf Mallorca steht vor Gericht – doch sie erscheint nicht

Die Maklerin hatte sich auf den Inselosten spezialisiert.

Die Maklerin hatte sich auf den Inselosten spezialisiert. / MZ

Eine deutsche Immobilienmaklerin auf Mallorca ist wegen zwei Fällen des Betrugs angeklagt. Die 54-jährige Monica T. erschien jedoch nicht zu den angesetzten Gerichtsterminen. Kurioserweise blieb auch eines der Opfer dem Prozess fern und war bislang nicht auffindbar.

Anfang 2014 gründete Monica T. das Maklerbüro Mallorca Sun Dreams SL, das sich auf den Osten der Insel spezialisierte. Das Unternehmen hatte seinen Sitz in Sant Llorenç des Cardassar. Laut dem Handelsregister beantragte die Firma im Jahr 2018 die vorübergehende Schließung.

Abrissbescheid verschwiegen

Im ersten Betrugsfall soll die Deutsche mit ihrer Mutter und der vorherigen Besitzerin einer Finca außerhalb von Artà eine ausländische Interessentin um ihr Geld betrogen haben. Im März 2016 überzeugten sie die Kundin, eine handelsübliche Anzahlung in Höhe von 10 Prozent zu leisten. Das waren in dem Fall 26.500 Euro.

Die Maklerin verschwieg der Käuferin, dass gegen die Immobilie ein Abrissbescheid wegen eines illegalen Anbaus bestand. Die Besitzerin der Finca bekam 11.500 Euro von der Anzahlung. Mutter und Tochter 15.000 Euro. Zum Notartermin im Mai, bei dem der Kauf vollzogen werden sollte, erschienen weder die Maklerin noch die Besitzerin der Immobilie. Alle drei sind nun wegen Betrugs angeklagt. Die Staatsanwaltschaft fordert je drei Jahre Haft. Zudem sollen sie die Anzahlung des Opfers zurückbezahlen.

Auch das Opfer tauchte nicht auf

Im zweiten Fall ging es bereits 2014 um eine Wohnung in Cala Millor, die zwei Frauen für 90.000 Euro verkauften. Der Interessent hier war ein Deutscher. Die Maklerin behauptete, dass die Besitzerinnen ein Angebot in Höhe von 64.000 Euro akzeptieren würde. Die wussten davon aber nichts.

Auch hier überwies der Interessent die Anzahlung in Höhe von 6.400 Euro. Wenig später forderte die Maklerin weitere 10.000 Euro von ihm, die er ebenfalls überwies. Als Monica T. einen Tag vor der vermeintlichen Unterschrift beim Notar weitere 15.000 Euro haben wollte, wurde der Kunde hellhörig.

In dem Fall fordert die Staatsanwaltschaft weitere drei Jahre Haft für die Maklerin, die auch diesen Betrag erstatten soll. Zum Prozess im vergangenen November sind jedoch weder Kläger noch Angeklagte aufgetaucht. Derzeit ist unklar, wo Monica T. steckt.

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