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Nach Tumulten im Flugzeug: Richter setzt die neun festgenommenen Passagiere wieder auf freien Fuß

Der Vorfall hatte sich am Donnerstagabend (11.12.) ereignet. Für einen der Beteiligten dauerte die Freiheit nur kurz an

Beamte der Guardia Civil bringen einen der festgenommenen Passagiere am Freitag (12.12.) zum Haftrichter.

Beamte der Guardia Civil bringen einen der festgenommenen Passagiere am Freitag (12.12.) zum Haftrichter. / Guillem Bosch

Die neun Marokkaner, die am Donnerstagabend (11.12.) nach Tumulten in einem Flugzeug der Gesellschaft Air Arabia auf Mallorca festgenommen worden waren, sind auf freiem Fuß. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" aus Justizkreisen erfuhr, verweigerten alle am Freitag vor dem Haftrichter in Palma die Aussage. Sechs von ihnen werden noch am selben Tag nach Marokko ausgeflogen, die drei weiteren bleiben aus zunächst nicht genannten Gründen in Spanien. Lange währte die Freiheit aber nicht: Als die neun Personen das Gerichtsgebäude verließen, kam es erneut zu einer Auseinandersetzung. Einer der Beteiligten wurde daraufhin erneut verhaftet.

Mittlerweile ist auch mehr zu den Hintergründen des Zwischenfalls bekannt. So landete die Maschine, die von Rabat auf den Weg nach Istanbul war, wegen eines medizinischen Notfalls in Palma zwischen. Zu den Tumulten kam es, als das Flugzeug nach dem Zwischenfall schon wieder auf der Startbahn war, um die Reise fortzusetzen.

Eine Passagierin stand in dem Moment auf, um sich bei der Crew zu beschweren. Einer der Flugbegleiter forderte sie auf, sich wieder hinzusetzen. Daraufhin kam es zu der Auseinandersetzung. Der Pilot brach in der Folge den Start ab und fuhr die Maschine zurück ans Terminal, wo die Guardia Civil die sieben Männer und zwei Frauen in Gewahrsam nahm. Die Maschine wurde danach laut einer Sprecherin des Flughafenbetreibers Aena zurück nach Marokko, nach Casablanca, geflogen. Air Arabia war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Erinnerungen an den Flughafen-Coup

Der Vorfall weckt Erinnerungen an den so genannten Flughafen-Coup, der sich am 5. November 2021 ereignete. Auf einem Flug von Casablanca nach Istanbul brach ein Passagier an Bord einer Air-Arabia-Maschine plötzlich zusammen. Die Piloten entschieden sich für eine Notlandung in Palma.

Am Flughafen wurde der angebliche Diabetiker von einem Krankenwagen abgeholt. Eine Gruppe junger Männer nutzte die Gelegenheit, um an der Besatzung vorbei aus dem Flugzeug zu stürmen und in der Nacht zu verschwinden. Die Bilder der Männer auf dem Rollfeld machten tagelang nationale und internationale Schlagzeilen. Die 24 Flüchtigen wurden nach und nach in den folgenden Tagen und Monaten aufgespürt – teils auf der Insel, teils auf dem spanischen Festland. Im Dezember 2024 wurden sie zu einem geringen Bußgeld verurteilt.

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