Immer weniger Spanier leben in Palma – und aus diesen Ländern kommen noch mehr Einwanderer als aus Deutschland
Der Bevölkerungswachstum ist fast ausschließlich auf Migration zurückzuführen – vor allem aus Kolumbien und Argentinien

Symbolbild: Menschen im Stadtzentrum von Palma. / B. Ramón
Für jeden spanischen Einwohner, der Palma verlässt, ziehen etwa fünf Personen südamerikanischer Staatsangehörigkeit nach. In den vergangenen drei Jahren hat die Stadt mehr als 4.000 in Spanien geborene Einwohner verloren, gleichzeitig aber nahezu 20.000 Südamerikaner hinzugewonnen. Als Vergleich: Nur etwa ein paar Hundert Deutsche sind im selben Zeitraum in die Stadt gezogen. Das geht aus dem vom spanischen Statistikamt (INE) veröffentlichten jährlichen Bevölkerungszensus hervor, der nicht zwischen auf dem spanischen Festland oder auf den Balearen geborenen Personen unterscheidet.
Im Jahr 2025 zählte Palma 443.196 Einwohner – ein Anstieg von 5,04 Prozent gegenüber 2022. Davon waren 226.258 Frauen und 216.938 Männer. Dieses Bevölkerungswachstum ist jedoch ausschließlich auf ausländische Zuzüge zurückzuführen: Ihre Zahl stieg von 109.211 Personen im Jahr 2022 auf 134.475 im Jahr 2025.
Die in Spanien geborene Bevölkerung entwickelte sich dagegen rückläufig. Während es 2022 noch 312.722 Personen waren, sank ihre Zahl bis 2025 auf 308.721. Setzt sich diese Entwicklung fort, wird die ausländische Bevölkerung in weniger als 20 Jahren die spanische Bevölkerung in Palma zahlenmäßig überholen.
Lateinamerikanische Migration
Der starke Zuzug aus Lateinamerika war einer der Hauptfaktoren für das Wachstum der ausländischen Bevölkerung in diesem Zeitraum. Insgesamt nahm diese Bevölkerungsgruppe von 49.795 Personen im Jahr 2022 auf 67.459 im Jahr 2025 zu – ein Plus von 35,45 Prozent.
Den größten Zuwachs verzeichnete Kolumbien: Die Zahl der Einwohner aus dem Land stieg von 11.870 auf 19.821 Personen, was einem Anstieg von 67 Prozent entspricht. Damit ist die kolumbianische Gemeinschaft inzwischen die größte ausländische Bevölkerungsgruppe in Palma. Auf Platz zwei folgt Argentinien, dessen Bevölkerung von 11.675 auf 15.998 Personen anwuchs. Die drittgrößte ausländische Gemeinschaft ist ebenfalls lateinamerikanisch: Die Zahl der Ecuadorianer erhöhte sich von 7.423 auf 7.991 Einwohner.
Erst an vierter Stelle folgt eine Gemeinschaft aus einem anderen Kontinent: die marokkanische Bevölkerung, die von 5.284 auf 7.122 Personen anwuchs.
Weitere stark vertretene ausländische Bevölkerungsgruppen in Palma stammen überwiegend aus Lateinamerika und Deutschland als einziges Land in Europa. Dazu zählen die bolivianische Gemeinschaft mit 5.437 Personen, die deutsche Bevölkerung, die von 4.193 im Jahr 2022 auf 4.679 im Jahr 2025 wuchs, sowie die venezolanische Gemeinschaft, die mit 4.509 Einwohnern an siebter Stelle steht.
Geringe afrikanische Zuwanderung
Allein im vergangenen Jahr kamen nahezu 4.500 Südamerikaner nach Palma. Die afrikanische Migration – häufiges zentrales Thema der extremen Rechten – nahm im selben Zeitraum lediglich um etwas mehr als 500 Personen zu und erreichte insgesamt 15.486 Einwohner. Damit liegt Afrika nur auf Platz vier der Kontinente mit dem stärksten Bevölkerungswachstum. Innerhalb dieser Gruppe verzeichnete die marokkanische Gemeinschaft mit 222 zusätzlichen Personen den größten Zuwachs.
Die asiatische Bevölkerung stieg von 9.617 auf 10.173 Personen. Den größten Anteil daran hatte Indien mit 216 neuen Einwohnern. China bleibt mit 3.269 Personen zwar weiterhin die größte asiatische Gemeinschaft, ihr Wachstum hat sich jedoch in den vergangenen Jahren deutlich verlangsamt.
Auch die mittelamerikanische und nordamerikanische Bevölkerung nahm zu. Besonders Kuba und die Vereinigten Staaten verzeichneten Zuwächse von 244 beziehungsweise 68 Personen. Insgesamt stieg die Zahl der Einwohner aus Mittelamerika und Nordamerika um 537, womit diese Region im letzten Jahr den drittgrößten Zuwachs verzeichnete.
Rückgang bei Europäern und Ozeaniern
Im Gegensatz dazu verliert Palma Einwohner aus Europa und Ozeanien. Die Zahl der spanischen Staatsbürger ging seit 2024 um mehr als 1.500 Personen zurück. Auch die europäische Bevölkerung ohne Spanien schrumpfte leicht – von 30.876 auf 30.650 Einwohner. Die größten europäischen Zuwächse kamen aus Deutschland und Schweden mit 136 beziehungsweise 98 Personen, während Länder Osteuropas wie die Ukraine und Bulgarien Einwohner verloren. Frankreich und das Vereinigte Königreich verzeichneten nur geringe Rückgänge, bestätigen jedoch den seit drei Jahren anhaltenden Abwärtstrend.
Ozeanien ist in Palma nur schwach vertreten und verzeichnete ebenfalls einen leichten Rückgang: Die Zahl der Einwohner sank von 224 auf 220 Personen. /slr
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