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Freund mit Wasserflasche vergewaltigt: Deutsche Mallorca-Urlauber kommen um das Gefängnis herum

Nach einer Tat im Mallorca-Urlaub hat das Landgericht Essen drei Männer wegen Vergewaltigung verurteilt

Der Fall wurde vor dem Landgericht Essen verhandelt.

Der Fall wurde vor dem Landgericht Essen verhandelt. / Bernd Thissen/dpa

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Das Landgericht Essen hat am Dienstag (16.12.) drei der vier wegen Vergewaltigung angeklagten Mallorca-Urlauber zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der vierte Angeklagte wurde freigesprochen. Die Gruppe hatte einem betrunkenen Freund eine Wasserflasche ins Gesäß eingeführt. Das bestätigte der MZ ein Sprecher des Gerichts.

"Das Urteil lautet gemeinschaftliche Vergewaltigung", so der Sprecher. "Der Mann, der die Wasserflasche einführte, bekommt zwei Jahre. Die anderen beiden Angeklagten ein Jahr und neun Monate Haft." Die Strafen werden zur Bewährung ausgesetzt. Der mit 18 Jahren jüngste Angeklagte konnte beweisen, an der Tat nicht beteiligt gewesen zu sein.

Das Urteil ist durchaus als milde anzusehen. Das deutsche Strafgesetzbuch sieht bei Vergewaltigung Haftstrafen zwischen zwei und 15 Jahren vor. "Das Gericht hat einen Täter-Opfer-Ausgleich mildernd gewertet", sagte der Sprecher. Beide Parteien einigten sich außergerichtlich auf eine Entschädigung in Höhe von 12.500 Euro, von denen 6.000 Euro bereits bezahlt wurden. "Das senkt den möglichen Strafrahmen auf sechs Monate bis elf Jahre und drei Monate." Wobei das Gericht nicht dazu verpflichtet war, den Ausgleich anzuerkennen.

Strafmildernd wirkte sich weiterhin aus, dass die drei Verurteilten die Tat an dem 41-jährigen Opfer "ohne Wenn und Aber" gestanden haben, so der Sprecher. "Der Geschädigte musste selbst nicht vor Gericht aussagen. Das war ihm wichtig, um eine erneute Traumatisierung zu verhindern." Die Verurteilten waren zudem nicht vorbestraft und das Gericht berücksichtigte, dass die Männer zur Tatzeit alkoholisiert waren. Die Verurteilten haben die Strafe akzeptiert und verzichten auf eine Berufung. Der Prozess ist somit abgeschlossen.

Was war passiert?

Die fünfköpfige Reisegruppe – Männer im Alter zwischen 18 und 50 Jahren – war im August im Urlaub auf Mallorca. Sie betranken sich erst im Hotel, später in einem Lokal. Das Opfer kehrte in sein Einzelzimmer zurück, wo er sich im stark alkoholisierten Zustand schlafen legte. Der Mann trug zu dem Zeitpunkt nur eine Boxershorts. Die vier Angeklagten bekamen von der Rezeption einen Ersatzschlüssel und schlichen sich in sein Zimmer. Einer der Männer zog ihm die Unterhose herunter, die Gruppe drehte danach den Mann auf den Bauch. Danach führte einer von ihnen dem Opfer eine Wasserflasche rektal ein und drückte darauf, sodass Wasser herausspritzte. Sie filmten es mit ihren Handys. Das Opfer zeigte die Tat erst in Deutschland an, weswegen der Fall nun vor dem Landgericht Essen verhandelt wurde.

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