War es Rache? Mordprozess um tote Mallorca-Residentin in Indonesien gestartet
Die 72-jährige Matilde Muñoz wurde im Juli getötet – jetzt stehen zwei Hotelmitarbeiter auf Lombok vor Gericht. Auch weitere Personen aus der Unterkunft könnten involviert sein

Matilde Muñoz kam während eines Indonesien-Aufenthalts gewaltsam ums Leben. / Redaktion DM
Auf der indonesischen Insel Lombok hat ein Gericht am Mittwoch (17.12.) den Prozess zum mutmaßlichen Mord an der Spanierin Matilde Muñoz Cazorla („Mati“) eröffnet, die lange Jahre auf Mallorca gelebt hat. Zwei Männer stehen im Verdacht, die 72-Jährige am 2. Juli in ihrem Hotelzimmer getötet und den Leichnam anschließend nahezu zwei Monate lang verborgen gehalten zu haben. Den Beschuldigten werden vorsätzlicher Mord und Raub mit Gewalt zur Last gelegt. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen Strafen von 15 Jahren Haft bis hin zur Todesstrafe - die in Indonesien allerdings nur selten vollstreckt wird.
Weiteres Hotelpersonal involviert?
Die Angeklagten, Suhaeli (genannt „Eli“) und Heri Ridwan („Geri“), ein Mitarbeiter und ein ehemaliger Angestellter des Hotels Bumi Aditya, in dem Muñoz übernachtete, wurden am Mittwoch zum Gericht in die Stadt Mataram gebracht. Wie viele Sitzungstage das Verfahren umfassen wird, war zunächst unklar.

Die beiden Angeklagten im Mordprozess um Matilde Muñoz / Agenturen / EFE
Parallel zum Prozessauftakt hat der Neffe der Getöteten, Ignacio Vilariño, eine Ausweitung der Anklage gefordert. Er kündigte an, die Anklage gegen die Hotelmanagerin sowie den Rezeptionisten des Hauses beantragen zu wollen. Beide seien nach seiner Darstellung in das Verbrechen involviert. Vilariño betonte, der Mord hätte ohne deren Beteiligung nicht stattgefunden; sie seien ebenso verantwortlich wie die beiden Festgenommenen. Zudem teilte er mit, er habe Kontakt mit der spanischen Botschaft in Indonesien aufgenommen, um ein dringliches Rechtshilfeersuchen zu veranlassen und sich dem Verfahren als Nebenkläger anzuschließen.
Erstickt und geschlagen
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft sollen die beiden Verdächtigen den Raub in Muñoz’ Zimmer am 1. Juli in einem Restaurant in Senggigi geplant haben. In der Nacht zum 2. Juli sollen sie gegen 3.30 Uhr in das Zimmer der Frau im Hotel Bumi Aditya eingedrungen sein. Muñoz sei demnach aufgewacht, als sie bestohlen wurde, und habe die Täter überrascht. Daraufhin sollen sie beschlossen haben, sie zu töten. Laut Anklage wurde sie erstickt und geschlagen. Als Motiv wird eine Art „Rache“ genannt, die auf einem angeblichen Missverständnis beruht haben soll, nachdem Muñoz Suhaeli Wochen zuvor auf Spanisch zurechtgewiesen habe.
Als Beute nennt die Staatsanwaltschaft 182 US-Dollar (umgerechnet etwa drei Millionen Rupiah beziehungsweise rund 155 Euro) sowie Kreditkarten, zwei Banknoten in Fremdwährung und ein Mobiltelefon. Der Verkauf des Handys am 9. Juli an einen Unbekannten habe schließlich über die Ortung des Geräts zur Festnahme geführt. Dabei hätten Interpol sowie die Polizei in Jakarta unterstützt. Nach dem Verbrechen sollen die Männer den Leichnam vom Hotel an den Strand von Senggigi gebracht und dort vergraben haben.
Leichnam am Strand vergraben
Die beiden Verdächtigen wurden am 30. August festgenommen, nachdem der Leichnam rund einen halben Kilometer vom Hotel entfernt gefunden worden war. Ermittlungen zur Vermisstenmeldung nahm die Polizei von Lombok am 13. August auf, nachdem die spanische Botschaft um Hilfe gebeten hatte; erste Hinweise auf das Verschwinden hatten bereits im Juli vorgelegen. Nach Angaben aus den Ermittlungen soll Ridwan bei seiner Festnahme gestanden haben, Muñoz mit hilfe von Suhaeli getötet und Gegenstände der Frau entwendet zu haben.
Muñoz stammte aus Ferrol in Nordspanien, lebte aber auf Mallorca. Nach Angaben aus ihrem Umfeld hielt sie sich seit Jahren regelmäßig für längere Zeit auf Lombok auf und betrachtete das Hotel Bumi Aditya als ihr „Zuhause“ auf der Insel. Eine weitere Voranhörung ist laut Gerichtsplanung erst für den 7. Januar vorgesehen. /somo
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