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Vermieter, die 2026 die Miete nicht erhöhen, sparen 2.000 Euro Steuern

Laut dem Sprecher der balearischen Landesregierung, Antoni Costa, wollen die Verantwortlichen so starke Mieterhöhungen bei zahlreichen bald auslaufenden Verträgen vermeiden

Die Lage auf dem Mietmarkt der Insel ist weiterhin angespannt.

Die Lage auf dem Mietmarkt der Insel ist weiterhin angespannt. / B. Ramon

Vor wenigen Tagen hatte die Balearen-Regierung das Vorhaben bereits angekündigt, nun stehen Details fest: Vermieter auf den Balearen, die 2026 die Mieten nicht erhöhen oder sie maximal an den Verbraucherpreisindex (IPC) anpassen, sollen bei der Einkommensteuererklärung (IRPF) rund 2.000 Euro absetzen können.

Das hat der Sprecher der Balearen-Regierung, Antoni Costa, am Freitagmorgen (19.12.) bekannt gegeben. Am Dienstag (16.12.) hatte Ministerpräsidentin Marga Prohens bei der Plenarsitzung des Balearen-Parlaments bereits angekündigt, dass eine Steuererleichterung für Vermieter geplant ist.

Kein explizites Beantragen notwendig

Durch die Steuererleichterung, die ein Anreiz für Vermieter sein soll, soll vermieden werden, dass zahlreiche Mieter, deren Vertrag 2026 ausläuft, bald deutlich mehr Geld aufbringen müssen und sich die Wohnraum-Problematik auf den Inseln weiter verschärft.

Praktisch: Vermieter müssen die Steuererleichterung nicht explizit beantragen. Sie wird, vorausgesetzt, die jeweilige Person erfüllt alle Voraussetzungen, bei der Steuererklärung automatisch angewendet.

So viele Mieter könnten betroffen sein

Hintergrund ist, dass im Corona-Jahr 2021 zahlreiche Mietverträge zu vergünstigten Konditionen abgeschlossen wurden. Laut dem spanischen Mietgesetz haben Vermieter nach fünf Jahren die Möglichkeit, die Monatsmiete unbegrenzt steigen zu lassen. 2026 laufen eben diese Verträge aus. Insgesamt sind auf den Balearen damit im kommenden Jahr rund 24.500 Haushalte (69.210 Personen) betroffen.

Schätzungen zufolge könnte die Monatsmiete im Durchschnitt um 383 Euro steigen. Aufs Jahr gerechnet wären dies 4.600 Euro zusätzlich – bei den ohnehin hohen Lebenshaltungskosten auf den Balearen für viele Familien möglicherweise ein Todesstoß. Es wird befürchtet, dass zahlreiche Menschen auf der Straße landen und die komplizierte soziale Lage sich noch weiter zuspitzt. /sw

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