Skurrile Mallorca-Geschichten 2025: Fantasierechnung, Big Brother in Santa Eugènia und Hai-Alarm
Eine 64.000 Euro hohe Fake-Rechnung, der Tag der Deutschen Einheit wird mit Promis am Ballermann gefeiert und ein "Hai" beißt eine Urlauberin in die Wade: Das war Mallorca 2025

So ungewöhnlich war 2025 auf Mallorca: Strafzettel für einen Tesla in der Umweltzone in Palma, eine Fantasierechnung und Big Brother im bescualichem Santa Eugénia in der Inselmitte. / MZ
Mallorca liefert auch 2025 wieder Geschichten, die klingen wie ausgedacht, aber echt sind: "Hai-Alarm" am Ballermann, Big Brother in einem beschaulichen Dorf in der Inselmitte oder Netflix-Softsex mit Inselkulisse. Die skurrilsten Inselmomente des Jahres – Teil Zwei.
Rochen zum Anfassen? Lieber nicht
Mitte Juni will ein Minderjähriger am Strand an der britischen Partyhochburg Magaluf einen Rochen streicheln und bezahlt die Neugier mit einem tiefen Schnitt am Arm. Rettungsschwimmer leisten Erste Hilfe, der Notruf wird gewählt, ein Krankenwagen bringt den Verletzten ins Ärztezentrum. Der Vorfall passt in eine rätselhafte Serie: Immer wieder werden Rochen an Mallorcas und Spaniens Mittelmeerküste gesichtet oder angespült, viele Tiere verenden am Ufer.
Hai-Attacke! – und dann doch nicht
Ende Juli geht an der Playa de Palma plötzlich nichts mehr: Rettungsschwimmer hissen die rote Flagge, rufen per Megafon ein Badeverbot aus und sprechen sogar von einer Hai-Attacke. Auslöser dafür ist eine stark blutenden Wunde an der Wade einer 85-jährigen italienischen Urlauberin. Der Rettungsdienst brachte die Frau in die Clínica Rotger.

Die Bisswunde am Bein der Urlauberin. / MZ
Polizei und Rettungsschwimmer bestätigen die Verletzung, Jetskis suchen das Wasser ab. Doch schnell kommen Zweifel auf: Mehrere Experten bezweifeln anhand von Fotos, dass ein Hai zugebissen hat. Mehrere Fachleute halten stattdessen einen Rochen für wahrscheinlich.
Netflix-Hit mit Mallorca-Kulisse
Im August stürmt ein auf Mallorca gedrehter deutscher Erotik-Thriller die Netflix-Charts: „Fall For Me“ landet kurz nach dem Start in vielen Ländern auf Platz eins. Insel-Idylle, Instagram-Ästhetik, Leidenschaft und Verrat, klingt an sich ganz spannend. Nur: Die Kritiken fallen teils so bissig aus, dass die Rezensionen fast mehr Unterhaltungswert haben als der Film selbst.
Fantasierechnung in Palmanova
Während viele Wirte über ausbleibende Gäste klagen, sorgt ein Restaurant in Palmanova für Gesprächsstoff: Eine Rechnung über mehr als 63.000 Euro taucht in sozialen Medien auf – inklusive automatisch berechnetem Trinkgeld. Im Netz wird spekuliert, gemunkelt, geschimpft. Und dann kommen die Details, die alles noch schräger machen: Diese Rechnung gab es in Wirklichkeit nie. Es handelt sich nur, um eine gigantische PR-Nummer, damit das Restaurant Annabel in aller Munde ist.

45.000 Euro für Fisch. Da hatte jemand großen Hunger. / Annabel
Was gibt es Deutscheres als den Ballermann?
Anfang Oktober findet eine offizielle Feier zum Tag der Deutschen Einheit ausgerechnet am Ballermann statt. Am Vorabend des Feiertages versammelten sich eine Hundertschaft neugieriger Herren im Jackett oder in Uniform (Offiziere der spanischen Armee) und Damen in dezenter Abendgarderobe im edlen „Joy Palace“, einem relativ neuen Event-Restaurant, direkt zwischen Megapark und Oberbayern.
Das Einzige was hier die Urlauber von den Würdenträgern und Prominenten trennt, ist eine dicke Kordel. Zwei Türsteher passen auf, dass kein verirrter Inseltrinker sich einschleicht. Oder sich ein Würdenträger in den Megapark verläuft.

Claire Kremp
Eine weitere Besonderheit: Noch nie waren so viele Prominente auf einer Einheitsfeier auf Mallorca. „Peter Maffay ist direkt nach seiner Landung zu uns gekommen", sagt der Konsul Wolfgang Engstler. Weitere prominente Gäste an dem Vorabend waren Tina Ruland, Martin Semmelrogge, Uwe Ochsenknecht und Sabine Christiansen.
Umweltzone Palma – teuer für Kennzeichen D
Im Sommer fährt ein deutscher Urlauber mit seinem Tesla kurz in die Umweltzone im Zentrum Palmas und bekommt im November einen Strafzettel in Deutschland: 200 Euro Bußgeld wegen der Umweltzone. Dabei sollte sein E-Auto allen Ansprüchen der Umweltzone genügen.

Der Brief mit dem Bußgeld kam am Montag bei Joachim Fischer an. / Privat
Das Problem: Ausländische Kennzeichen erkennt das System gar nicht. Wer sofort zahlt, bekommt Rabatt – wer Einspruch einlegt, riskiert, den Rabatt zu verlieren.
Einige Tage nach der Recherche der MZ und MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" bestätigt das Rathaus Palma, dass Fahrzeuge mit "Kennzeichen-D" nicht mehr in die Umweltzone im Zentrum einfahren dürfen. Damit stellt sich die Stadt gegen die spanische Verkehrsbehörde DGT, die ausländische Umweltplaketten grundsätzlich anerkennt. Palma begründet das Verbot damit, dass die Emissionswerte ausländischer Fahrzeuge nicht automatisch überprüft werden könnten.
Big Brother in Santa Eugènia und dann der Rückzieher
Das beschauliche Dorf Santa Eugènia wird stark überwacht: Kameras hängen an Laternen, an Fassaden, verstecken sich in Ecken. Die spanische Online-Zeitung "eldiario.es" deckte den Fall auf und zählte mehr als 50 Kameras in einer Gemeinde, in der gerade 2.000 Menschen leben – die Kameradichte war somit höher als in London.

Wie gut ist Ihr Blick? Finden Sie die Kameras in Santa Eugènia / Nele Bendgens
Doch Big Brother in Santa Eugènia hält nicht lange an: Einige Tage nach der Berichterstattung baut das Rathaus alle Sicherheitskameras ab.
