Brandanschlag in Sa Coma: 80 Evakuierte nach Feuer in Tiefgarage – Polizei vermutet gezielten Angriff
Die Ermittler gehen derzeit von einer Attacke geschlechtsspezifischer Gewalt aus. Die betroffenen Anwohner müssen wohl doch nicht in der Turnhalle schlafen

Die Feuerwehr hatte große Schwierigkeiten mit den Löscharbeiten. / Bombers
Im Fall des am Samstagmorgen (27.13.) ausgebrochenen Großbrands auf Mallorca gibt es eine Wendung: Statt einem defekten Hybrid-Auto vermuten die Ermittler derzeit einen Brandanschlag. Die Wagenbesitzerin und ihr Sohn sind als Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt mit hohem Risiko weiterer Attacken gelistet.
Die Feuerwehr fand Brandbeschleuniger, was die These unterstützt. Ein Nachbar hatte Mutter und Sohn aus dem brennenden Mehrfamilienhaus in Sa Coma gerettet. Die Polizei observierte im Anschluss das Gebäude für den Fall, dass der Täter zurückkehrt.
Was war passiert?
Das Feuer brach gegen 7.20 Uhr in einer Tiefgarage im Carrer Ficus 3 aus. Die Garage gehört zu einem zweigeteilten Gebäudekomplex. An die 80 Personen holten die Rettungskräfte aus den Wohnungen. Der Gebäudeteil direkt über der Garage erlitt wesentlich größere Schäden. Im anderen Teil ordnete die Feuerwehr an, dass die Bewohner in ihren Wohnungen bleiben sollen. Hier war die Brandgefahr nicht gegeben, durch die hohe Rauchentwicklung hätte es beim Verlassen des Gebäudes aber zu Atemproblemen kommen können.
Das balearische Gesundheitsamt IB Salut aktivierte die zweite Stufe im Notfallprotokoll bei Bränden. Diese sieht vor, dass vor Ort in einem Zelt ein provisorisches Krankenhaus eingerichtet wird. Letztlich mussten 23 Personen wegen Atemproblemen behandelt werden. Vier davon mussten ins Krankenhaus nach Manacor verlegt werden.
Die Löscharbeiten gestalten sich bei Batterien sehr schwierig, da die Flammen immer wieder ausbrechen können. Um das Gebäude nicht mehrfach löschen zu müssen, holte die Feuerwehr das Wrack des Hybrid-Autos aus der Garage raus.
Ist das Haus noch bewohnbar?
Die 40 Wohnungen über der Garage bleiben erstmals für die Bewohner abgesperrt. Das Feuer richtete erheblichen Schaden an der Elektrizität sowie an den Wasser- und Abwasserrohren an. In den kommenden vier bis fünf Tagen soll ein Architekt schauen, ob die Immobilie noch bewohnbar ist. Selbst bei einem positiven Ausgang stehen danach für die Anwohner Renovierungs- und Putzarbeiten an.
Um die 50 Personen sind nach neuester Zählung davon betroffen. Die Hälfte fand Zuflucht bei Freunden und Familie, die andere Hälfte sollte eigentlich provisorisch in der Sporthalle von Sant Llorenç unterkommen. Diese war für einen solchen Notfall aber nicht vorbereitet. Bürgermeister Jaume Soler fand jedoch eine bessere Lösung. Er kam mit der Besitzerin der Apartmentanlage "Europa" im Carrer Dàlia überein, dass die 25 Personen dort schlafen können.
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