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Brand in Sa Coma: Verdächtiger mit Alibi – Anwohner weiter ohne Strom und Wasser

Nach dem Großbrand in Sa Coma prüft die Polizei das Alibi des Verdächtigen – Anwohner können ihre Wohnungen nur kurz betreten. Strom- und Wasserversorgung bleiben unterbrochen

Die Feuerwehr stützt das Gebäude mit Pfeilern. Bewohnbar ist es aber nicht.

Die Feuerwehr stützt das Gebäude mit Pfeilern. Bewohnbar ist es aber nicht. / Biel Capó

Die Ermittlung im Fall des Großbrandes in einem Mehrfamilienhaus in Sa Coma, im Osten Mallorcas, gehen weiter. Der bisherige Hauptverdächtige präsentierte nun ein Alibi, das die Polizei derzeit prüft. Er rückt ein wenig aus dem Fokus heraus. Derweil stehen die Anwohner vor einer unsicheren Zukunft.

Das Feuer war am Samstagmorgen in einem Hybrid-Auto, einem Toyota, in der Tiefgarage des Gebäudes im Carrer Ficus 3 ausgebrochen. In dem Wagen fanden sich wohl auch Hassbotschaften an die Besitzerin, die einen Sohn hat.

Erst am Tag zuvor hatte das Gericht ein Näherungsverbot gegen ihren Mann ausgesprochen, gegen den zwar eine Anzeige wegen Beleidigung, bislang aber noch keine Verurteilung vorliegt. Beide befinden sich im Scheidungsprozess. Das Auto ist einer der größten Streitobjekte.

Der Mann soll bei der Befragung durch die Polizei stets kooperiert haben. Er meinte, zum Zeitpunkt des Brandes nicht in der Nähe des Hauses gewesen zu sein. Die Beamten prüfen das. In seinem Auto fanden sich keine Indizien, dass er einen Brand gelegt hat.

Wie geht es für die Anwohner nun weiter?

Die Feuerwehr hat das Gebäude provisorisch mit Pfeilern abgestützt. Es gilt derzeit als betretbar. Die Anwohner dürfen in Begleitung ihre Wohnungen betreten und Wertsachen holen. Eine Rückkehr zum dort leben wird sich wohl noch längere Zeit hinziehen.

Weder Wasser noch Strom funktionieren derzeit, da Rohre und Kabel von dem Brand beschädigt wurden. Die Stromanschlüsse müssen gänzlich erneuert werden. Um die 50 Leute wohnen in den 40 Wohnungen.

24 davon sind derzeit in einer vom Rathaus Sant Llorenç finanzierten Apartmentanlage untergebracht. Die Mietverträge laufen jedoch am Freitag (2.1.) aus. Das Rathaus prüft, ob eine längere Unterbringung dort möglich ist. Allerdings müssten die Opfer des Brandes die Kosten selbst tragen oder entsprechend versichert sein.

Der einzige Bereich, der weiterhin nicht betreten werden darf, ist die Tiefgarage. Dort dürfen auch nicht die Autos, falls sie überhaupt das Feuer überlebt haben, rausgeholt werden. Einerseits prüft die Polizei den möglichen Tatort. Andererseits ist die Feuerwehr noch mit der Belüftung beschäftigt, da weiterhin toxische Gase auftreten.

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