Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Nach Schock-Bericht zur Migration: Regierung zweifelt an der hohen Zahl der Toten

Die Zahl der Migranten, die per Boot nach Mallorca kamen, ist 2025 stark gestiegen. Eine NGO wirft der Regierung vor, Urlauber bei Seenotfällen schneller zu retten als Flüchtlinge

Bei den  „pateras“ handelt es sich fast immer um Boote, die nicht für „alta mar“ geeignet sind. | FOTO: GUARDIA CIVIL

Bei den „pateras“ handelt es sich fast immer um Boote, die nicht für „alta mar“ geeignet sind. | FOTO: GUARDIA CIVIL / Tom Gebhardt

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Die Migration nach Mallorca hat im nun bald endenden Jahr 2025 erneut zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahr kamen mit rund 7.300 Personen in Flüchtlingsbooten 24,5 Prozent mehr. Das geht aus den Statistiken der balearischen Delegation der Landesregierung hervor, die erneut auf die Kritik der NGO's reagierte.

Laut dem Jahresbericht der Organisation "Caminando Fronteras" sind 1.037 Personen bei der Überfahrt von Algerien nach Spanien, die über die Balearen führt, verschollen gegangen. Die Zahl könne man nicht belegen, meint Alfonso Rodríguez, der Delegierte der Zentralregierung. Er halte sich lieber an die Fakten: 63 Leichen wurden 2025 an die balearischen Küsten angeschwemmte, bei denen es sich mutmaßlich um Migranten handelt.

Rettet die Regierung lieber Urlauber statt Migranten?

"Caminando Fronteras" warf der Regierung erneut vor, lieber gekenterte Yachten als Flüchtlingsboote zu retten. Dazu hatte Rodríguez bereits im MZ-Interview im März Stellung bezogen:

"Der Vergleich hinkt ein wenig. Wir rücken auf jeden Fall mit allen verfügbaren Einheiten aus. Allerdings ist es ein Unterschied, ob ich einen Hobbysegler oder ein Flüchtlingsboot suche. Der Urlauber hat in der Regel einen bekannten Start- und Zielpunkt. Zudem lassen sich die Koordinaten orten, der Suchumkreis ist kleiner. Das macht es uns wesentlich leichter und lässt die Erfolgsquote steigen. Bei den keine sechs Meter langen Flüchtlingsbooten ist das anders. Die Bootsführer geben uns nicht Bescheid, wenn sie in Algerien ablegen. Nach mehreren Tagen melden sich dann Familienangehörige, die keine Infos von ihren in See gestochenen Verwandten haben. Koordinaten liegen uns dann aber nicht vor. Wir haben keine Ahnung, wohin sie das Meer getrieben hat, versuchen aber trotzdem, sie aufzuspüren. Da gehört dann aber Glück dazu. Im Endeffekt sind unsere Absichten aber dieselben wie die von Caminando Fronteras: Wir wollen Menschenleben retten."

Tracking Pixel Contents