Drogen, Alkohol, Fahrerflucht: Diese Unfälle schockierten Mallorca 2025
2025 starben 55 Menschen bei Verkehrsunfällen auf den Balearen – besonders häufig waren Motorradfahrer betroffen. Aber auch zwei Kinder waren unter den Opfern.

Bei einem Verkehrsunfall zwischen Felanitx und Portocolom gab es im April einen Toten und acht Verletzte / Anabel Ruiz
55 Menschen sind im Jahr 2025 bei Verkehrsunfällen auf den Straßen der Balearen ums Leben gekommen. Das geht aus einer Zählung der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" hervor. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 waren es 49 Opfer, im Jahr 2023 waren es 58.
Motorradfahrer am meisten gefährdet
Auffällig: Besonders gefährdet sind die Motorradfahrer. Sie umfassen 21 der Todesopfer aus dem Jahr 2025, also 38 Prozent der Verkehrstoten - obwohl Motorräder nur 16 Prozent des gesamten Fahrzeugbestands ausmachen, der auf den Inseln unterwegs ist. Weitere 18 Todesopfer fuhren in Autos oder Lieferwagen, neun waren Fußgänger, die überfahren wurden, vier waren mit dem Fahrrad unterwegs, einer fuhr einen Lastwagen, ein weiterer starb bei einem Traktorunfall. Ein weiteres Todesopfer war mit einem E-Scooter unterwegs.
Wie die Statistiken zeigen, ist die Zahl der Verkehrstoten seit 2009 mit rund 50 Opfern pro Jahr stabil geblieben. Negative Ausreißer gab es 2016 und 2017 mit 66 Todesopfern; positive Ausnahmen waren 2020 (das Jahr des Lockdowns) mit 35 Opfern sowie 2022, dessen 32 Todesopfer den niedrigsten Wert der Geschichte darstellten.
Für besondere Betroffenheit auf Mallorca hatten die tödlichen Unfälle gesorgt, bei denen Kinder von Autos überfahren wurden: Ein Junge war neun Jahre alt, als er am 17. Juli auf einem Zebrastreifen am Passeig des Ferrocarril in Manacor von einem Auto erfasst wurde. Das andere war ein dreijähriges Mädchen, das zusammen mit seiner Mutter und seiner Großmutter am 14. Dezember von einem Auto erfasst wurde, das auf den Gehweg fuhr.
Drogen, Alkohol und Fahrerflucht
Die Statistiken zeigen zudem einmal mehr auf, wie eng der Konsum von Drogen oder Alkohol am Steuer mit den Unfällen verknüpft ist: Sechs Menschen wurden festgenommen oder als Beschuldigte geführt, nachdem sie nach einem Unfall mit Todesopfern positiv auf Alkohol, Drogen oder beide Substanzen getestet worden waren. Einige dieser Fahrer versuchten nach dem Unfall zu fliehen, wie die Fahrerin, die im April in dem Industriegebiet Son Oms in Palma einen Motorradfahrer erfasste.
Eine andere Frau wurde festgenommen, nachdem die Guardia Civil zu dem Schluss gekommen war, dass sie nach einem schweren Unfall in betrunkenem Zustand in Alcúdia am 15. November den Sitzplatz mit einem Verstorbenen getauscht hatte. Am 6. Oktober starb ein Mann bei einer Frontalkollision zweier Autos in der Nähe von Son Banya. Die Insassen eines der Fahrzeuge flohen zu Fuß und wurden später festgenommen.
Einer der schwersten Unfälle des Jahres - obwohl es dabei keine Todesopfer gab - ereignete sich am 27. Januar, als ein 89-jähriger Fahrer eine Gruppe von Radfahrern erfasste, die aus Mitgliedern der deutschen Bahnrad-Nationalmannschaft bestand. Sieben Sportler waren betroffen, drei von ihnen erlitten schwere Verletzungen.
Ebenfalls ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat sich der Unfall, der sich sich am 28. April in der Nähe von Portocolom ereignete: Bei der Kollision eines TIB-Busses mit einem Auto gab es einen Toten und acht Verletzte. /somo
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