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Nachfolgerin gefunden: Annegret Jung-Wanders übernimmt die Leitung des Eurocampus

Die 71-jährige Germanistin kehrt für die Schulleitung nach Mallorca zurück, nachdem sie bereits die Deutsche Schule Barcelona leitete. Sie folgt auf Schulgründerin Gabriele Fritsch

Schulleiterin Annegret Jung-Wanders (li.) mit Eurocampus-Gründerin Gabriele Fritsch.

Schulleiterin Annegret Jung-Wanders (li.) mit Eurocampus-Gründerin Gabriele Fritsch. / RAFAEL GUERRA

Ciro Krauthausen

Ciro Krauthausen

Es sind Zeiten des Umbruchs im Eurocampus, der einzigen deutschen Schule auf der Insel: Die Gründerin Gabriele Fritsch hat sich bereits im vergangenen Jahr bis auf die Leitung des Kindergartens zurückgezogen; ein neuer Schulvorstand ist gewählt. Nun gibt es nach einigem Hin und Her auch eine Lösung für die Schulleitung: Das Ruder übernimmt Annegret Jung-Wanders, die zwischen 2010 und 2020 bereits die wesentlich größere Deutsche Schule Barcelona leitete. Die 71-jährige Essenerin und Germanistin kehrt dafür eigens aus dem Ruhestand zurück. Dabei habe es ihr darin „schon gut gefallen“, wie sie im Gespräch mit der MZ sagt.

Rückkehr aus dem Ruhestand

Aber es kribbelte dann wohl doch in den Fingern, als das Thema Zukunft des Eurocampus in einem Gespräch mit Gabriele Fritsch aufkam. „Ich leite gerne und habe Freude daran, die Entwicklung und Transformation von Schulen zu begleiten“, sagt Jung-Wanders. Fritsch und sie kennen sich seit Jahren.

Mitte der Zehnerjahre haben sie gemeinsam ermöglicht, dass der Eurocampus in Zusammenarbeit mit der Deutschen Schule Barcelona seither ein deutsches Abitur auf Mallorca anbieten kann. „Die Möglichkeit, hier das deutsche Abitur abzulegen, hat absolute Priorität für den Markenkern des Eurocampus“, sagt Jung-Wanders. Gleiches gelte für die Unterstützung durch die deutsche Kultusministerkonferenz.

Der Eurocampus als „Schatz“

Im Übrigen sei die kleine Schule an der Playa de Palma „ein Schatz“, so die Essenerin, die als aus Deutschland entsandte Lehrkraft nicht nur in Barcelona, sondern auch an der Deutschen Schule in Washington an ganz andere Größenordnungen gewöhnt war. In der US-Hauptstadt hat sie zunächst als Lehrerin (1992–1998) und später noch vor der Pensionierung als Interims-Schulleiterin (2021–2022) gearbeitet.

„Nun kann ich hier auf Mallorca meine Erfahrung und mein Wissen einbringen, um die Stabilität der Schule weiter zu gewährleisten“, sagt sie. Ob es eine befristete Stelle ist oder nicht, da wolle sie sich nicht festlegen. „Ich bin für alles offen“, meint sie – also auch für eine Schulleiterstelle auf Dauer.

Fluktuation und Digitalisierung

Auch sonst blitzt in ihren Formulierungen jahrelange Berufserfahrung auf, etwa wenn sie sich politikergleich noch nicht festlegen mag, wohin die Reise des Eurocampus gehen soll, und stattdessen allgemein auf die Notwendigkeit verweist, die Schulausbildung an veränderte Arbeitsanforderungen und fortschreitende Digitalisierung anzupassen. „Was macht uns aus? Wo wollen wir hin? Das sind Fragen, die wir uns auch im Vorstand stellen müssen, der ja ebenfalls neu ist“, sagt sie.

Zu den konkreten Herausforderungen gehöre aber auf jeden Fall die hohe Fluktuation, nicht nur unter den Schülern, sondern auch unter den Lehrern, die als Ortskräfte eingestellt werden. Sie arbeiten somit zu ganz anderen Konditionen als verbeamtete Kollegen in Deutschland und sind für den Arbeitgeber – den Schulvorstand – entsprechend schwer zu halten.

Ankommen auf Mallorca

Also erst einmal ankommen. Arbeitsantritt war am 8. Januar. Eine Bleibe in einer Küstensiedlung in Palma-Nähe hat Annegret Jung-Wanders gemeinsam mit ihrem Mann, ebenfalls Lehrer, bereits gefunden. Und das Leben am Mittelmeer ist der Rotarierin und Mutter einer schon lange erwachsenen Tochter ja bereits vertraut. Auch deswegen sei sie jetzt hier. „Ich bin froh, wieder in einem spanischen Umfeld leben zu können“, sagt sie.

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