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26 Menschen in Cala Llombards gerettet: 165 Migranten erreichen die Balearen binnen 28 Stunden

Am Mittwochabend, Donnerstag und Freitag kamen acht Migrantenboote auf Mallorca und Formentera an

Das Migrantenboot am Strand an der Südküste.

Das Migrantenboot am Strand an der Südküste. / Mic Müller

Sarah López

Sarah López

Auch im neuen Jahr erreichen weiterhin zahlreiche Migrantenboote von Algerien aus die Küsten der Balearen. Zwischen Mittwochabend (14.1.), Donnerstag und Freitagmorgen kamen insgesamt 165 Menschen über das Meer auf Mallorca und den Nachbarinseln in acht Booten an.

Am Mittwochabend rettete die Guardia Civil 26 Personen mit subsaharischer Herkunft südöstlich der beliebten Urlauberbucht Cala Llombards.

Am Donnerstagmorgen kamen weitere Menschen an. In den frühen Morgenstunden fand die Guardia Civil 13 Personen auf Mallorcas Nachbarinsel Formentera vor. Kurz vor 9 Uhr retteten die Einsatzkräfte 15 weitere Menschen vor Formentera. Etwa eine Stunde später entdeckten die Beamten ein weiteres Boot mit nur fünf Personen an Bord. In allen Fällen stammten die Bootsinsassen aus Nordafrika, vermutlich aus Algerien.

Am Donnerstagabend rettete die Seenotrettung 27 Menschen wenige Seemeilen vor der Südostküste von Mallorca. Sie stammten allesamt aus Ländern südlich der Sahara.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag gingen die Rettungsaktionen weiter: Um 1.33 Uhr sichteten Beamte ein Boot mit 23 Menschen an Bord in der Nähe der Küste von Cabrera, wenig später ein weiteres mit 31 Personen. Um 3 Uhr wurden weitere 25 Menschen auf dem Meer gerettet. Auch in diesen Fällen stammten die Bootsinsassen aus Ländern südlich der Sahara.

So viele Ankünfte wie nie zuvor

Mit mehr als 7.300 Personen erreichten 2025 so viele Menschen wie nie zuvor von Algerien aus per Boot die Balearen. Die algerische Route hat sich als eine der Hauptrouten über das Mittelmeer nach Europa etabliert – und die Balearen stehen inzwischen immer häufiger im Fokus: Viele Boote, die früher Richtung Festland fuhren, steuern heute von Algerien aus die Inseln an.

Nicht nur die hohe Zahl der Ankünfte ist neu, sondern auch das Profil der Menschen: Waren früher vor allem junge algerische Männer an Bord, sind es heute zunehmend Frauen und Familien mit Kindern – nicht mehr nur aus Algerien, sondern vermehrt aus Ländern wie Somalia oder sogar Bangladesch.

Von Algerien aus steuern Schleuser meist Formentera an. Die kleinste Baleareninsel liegt der algerischen Küste am nächsten. Man könnte sagen, sie etabliert sich zunehmend als "Lampedusa Spaniens": eine kleine Insel, deren Ressourcen zur Versorgung der Ankommenden nicht ausreichen – die meisten werden anschließend auf die größere Nachbarinsel Ibiza verlegt.

Auch dort landen immer wieder Migrantenboote, ebenso im Süden Mallorcas, vor allem in der Gemeinde Santanyí. An mehreren Stränden verschwinden die Wracks alter Boote langsam im Sand – oder liegen bereits am Meeresgrund.

Ein Migrantenboot im Süden Mallorcas, das Wrack wird bereits fast vollständig vom Sand verschluckt.

Ein Migrantenboot im Süden Mallorcas, das Wrack wird bereits fast vollständig vom Sand verschluckt. / Sarah López

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