15 Frauen aus der Zwangsprostitution auf Mallorca befreit – Polizeiaktion deckt Horror auf
Ein Hinweis per Mail führte zur Aufdeckung eines millionenschweren Prostitutionsrings – inklusive Waffen, Drogen und Schein-Ehen

Policia Nacional
Die Nationalpolizei hat nach eigenen Angaben 15 Frauen aus sexueller Ausbeutung befreit und eine mutmaßliche Menschenhändler- und Zuhälterstruktur zerschlagen. Die Opfer seien über Anzeigen in sozialen Netzwerken angeworben worden. Insgesamt wurden 14 Personen festgenommen – zwölf auf Mallorca, zwei in Barcelona. Wie die Nationalpolizei in einer Pressemitteilung vom Samstag (24.1.) mitteilte, kamen sieben der Festgenommenen in Untersuchungshaft. Bei zehn Durchsuchungen wurden zudem drei Wohnungsbordelle geschlossen.
Hinweise über Polizeipostfach und Opferflucht
Ausgelöst wurde die Ermittlungsarbeit laut Polizei durch zwei anonyme Hilferufe, die im April 2025 über das Polizeipostfach trata@policia.es eingingen. Die Frauen – asiatischer Herkunft – gaben demnach an, in Wohnungen in Palma festgehalten und zur Prostitution gezwungen worden zu sein. Parallel dazu wandte sich eine Frau, der die Flucht gelungen war, an die Polizei und berichtete von körperlichen und sexuellen Übergriffen. Ihre Aussagen seien für die Ermittlungen entscheidend gewesen.
Während der Ermittlungen stießen die Beamten zudem auf Parallelen zu einer Polizeiaktion aus dem Jahr 2024. Damals war bereits ein Teil eines Netzwerks zerschlagen worden, das Frauen chinesischer Herkunft in illegalen Bordellen in Palma zur Prostitution gezwungen haben soll.
Nach Angaben der Nationalpolizei tauchte die Betreiberin eines damals untersuchten Lokals nun erneut auf – sie gilt demnach als eine der mutmaßlichen Hauptfiguren der aktuellen Struktur. Mit der jüngsten Operation sei das Netzwerk in Palma schließlich vollständig zerschlagen worden.
Über die sozialen Netzwerke gelockt
Nach Darstellung der Ermittler wurden die Frauen mit vermeintlichen Jobangeboten in den sozialen Netzwerken gelockt – etwa als therapeutische Masseurin mit rund 2000 Euro Monatslohn, aber auch als Köchin oder Betreuerin. Einige Opfer befanden sich bereits in Spanien, aber andere reisten aus China an, um die Arbeitsangebote anzunehmen.
Die Organisation habe Reise- und Transportkosten übernommen und daraus eine Schuldenlast konstruiert, die die Frauen anschließend durch Prostitution „abzahlen“ sollten. Auf Mallorca seien sie in Wohnungen gebracht worden und hätten dort 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche zur Verfügung stehen müssen – ohne Bewegungsfreiheit und ohne Kunden ablehnen zu dürfen. Zudem seien sie zu Hausbesuchen gezwungen worden und in einzelnen Fällen seien sie dazu genötigt worden, Sex ohne ohne Kondom zu haben - die Organisation kassiert dafür mehr Geld ein.
Dieses konnten die Opfer erstmals nicht behalten. Zunächst mussten die Frauen die gesamten Einnahmen vollständig an die Organisation übergeben. Erst nachdem Kosten etwa für Miete und Verpflegung abgezogen worden seien, habe die kriminelle Organisation den Betroffenen demnach die Hälfte des verbleibenden Betrags ausgezahlt.
Zudem soll das Netzwerk den Opfern gegen hohe Zahlungen eine „Legalisierung“ ihres Aufenthalts über Scheinehen in Aussicht gestellt haben. Sobald die Papiere geregelt gewesen seien, hätten die Hintermänner die Identitäten der Frauen genutzt, um unter deren Namen Verträge abzuschließen– etwa für Versorgungsleistungen, Bankkonten oder Telefonnummern. Auf diese Weise sollte die Identität der tatsächlichen Drahtzieher der Prostitutiongeschäfte verschleiert werden.
Millionengeschäft, Drogenverkauf – Luxusgüter und Waffen sichergestellt
Neben der Ausbeutung soll die Gruppe ihre Einnahmen durch den Verkauf von Potenzmitteln und Drogen an Kunden gesteigert haben. In einem der untersuchten Objekte seien innerhalb eines Jahres Einnahmen von 1,2 Millionen Euro festgestellt worden. Die Verdächtigen hätten die Geschäfte zudem über Webseiten organisiert, Geldflüsse kontrolliert und Bargeld über Mittelsmänner nach China transferieren lassen.
Bei den Durchsuchungen stellten Beamte nach Polizeiangaben unter anderem 190.000 Euro Bargeld, fünf Luxusfahrzeuge, Schmuck, Uhren und Elektronik sicher. Außerdem fanden die Ermittler verschiedene Waffen und Gegenstände – darunter Taser, Messer und weitere Hieb- und Stichwaffen. Auch Kartenlesegeräten seien beschlagnahmt worden, die demnach mit Firmen ohne echte Geschäftstätigkeit verknüpft gewesen seien und ausschließlich zur Abrechnung sexueller Dienstleistungen gedient hätten.
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