Mallorca-Deutsche wollte archäologischen Schatz außer Landes bringen: Jetzt wird untersucht, wie wertvoll er wirklich war
Im Fall des erstaunlichen Funds am Flughafen Mallorca im Oktober 2024 können Inselrat und Museu de Mallorca nun mit der Auswertung der Stücke beginnen

Patrick Schirmer Sastre
Neues im Fall der deutschen Mallorca-Residentin, die im Oktober 2024 am Flughafen Son Sant Joan dabei erwischt wurde, wie sie mehrere Fundstücke aus der Römerzeit außer Landes bringen wollte. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, haben das Amt für Kulturerbe im Inselrat und das Museu de Mallorca mit der Inventarisierung und wissenschaftlichen Bewertung der zahlreichen archäologischen Stücke begonnen.
Zu dem beschlagnahmten Material, das im Museu de Mallorca verwahrt wird, gehört eine große Anzahl von Objekten. Besonders hervor sticht ein Konvolut von 1.574 antiken Münzen aus der Zeit von der griechischen Antike bis ins Mittelalter. Etwa die Hälfte davon stammt aus der Zeit des Römischen Reiches. Außerdem befinden sich drei Amphoren sowie Lampen, Salbgefäße, andere Gefäße, Keramikobjekte und Schwerter unter den Artefakten. Das Amt für Kulturerbe schließt nicht aus, bei der Inventarisierung noch weitere „Überraschungen“ zu finden. Schon jetzt sei klar, dass der Wert aus Sicht des Kulturerbes „unschätzbar“ sei, so die Kulturdezernentin im Inselrat, Antònia Roca.
Langes juristisches Verfahren
Dass die Untersuchung erst jetzt beginnt, hat mit dem langwierigen juristischen Verfahren zu tun. Gegen die Mallorca-Residentin sowie zwei weitere deutsche Staatsbürger wird wegen eines mutmaßlichen Delikts der Plünderung ermittelt. Hinzukommen könnte der Vorwurf des Schmuggels. Nachdem das Gericht, das den Fall untersucht, die Genehmigung erteilt hat, kann das Amt für Kulturerbe nun offiziell mit der Inventur beginnen.
Noch ist unklar, wie die Sammlung zustande gekommen ist. Wie kurz nach der Festnahme berichtet wurde, könnte sie bereits in den 1960er-Jahren vom mittlerweile verstorbenen Vater der Deutschen angelegt worden sein. Laut Guardia Civil kann man noch nicht feststellen, ob alle Stücke von Fundstellen auf Mallorca stammen – es gebe Funde sowohl vom Land als auch aus dem Meer. Alles deutet aber darauf hin, dass eine derart große Menge an Objekten durch viele Jahre der Plünderung zusammenkam. Vonseiten der Polizeieinheit hieß es, die Deutsche habe mit den Ermittlern kooperiert.
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