Harte Strafe wegen eines Dutzend Eiern: Vier Schüler auf Mallorca verurteilt, die das Haus der Rektorin bewarfen
Die Jugendlichen und ihre Eltern müssen für den Schaden in Höhe von 7.633 Euro aufkommen, ein Jahr lang Sozialdienst leisten und Nachsitzen

Die Schüler warfen zwölf Eier auf das Haus. / Elisa Schu / dpa
Es klingt nach einem Bubenstreich, den man aus Filmen kennt. Die Aktion hatte aber ernste Konsequenzen. Ein Gericht auf Mallorca hat vier Schüler verurteilt, die Eier auf das Haus ihrer Rektorin warfen. Die Minderjährigen müssen ein Jahr lang Sozialdienste leisten, beim Nachsitzen gutes Benehmen lernen und die Schulleiterin entschädigen.
Den Angriff hatten die Schüler in einer Whatsapp-Gruppe geplant: "Diese Nacht Operation Rektorin. Wer kommt alles? Wer kann, soll einen E-Roller mitbringen. Kauft Eier!" So lautete die Ansage, der an die 20 Schüler der Schule Baltasar Porcel in Andratx in der Nacht auf den 13. Mai 2023 folgten. Vier von ihnen wurden erwischt.
Zwölf Eier trafen das Haus
Die Eierattacke soll Schäden in Höhe von 7.600 Euro verursacht haben. Dabei waren es lediglich neun Eier, die gegen die Fassade flogen. Drei weitere trafen Fenster. Der Angriff sei eine Reaktion auf die Art und Weise gewesen, wie die Schulleiterin die Schule führe, urteilte das Gericht.

Die Schule Baltasar Porcel. / DM
"Ich lag im Bett und habe gelesen. Mein Hund wachte auf und war sehr nervös. Ich dachte, jemand bricht bei mir ein", sagte die Schulleiterin beim Prozess in der vergangenen Woche aus. "Ich hörte Schreie und Gejohle. Vom Balkon aus konnte ich 15 bis 20 Jugendliche sehen." Einige davon konnte die Frau identifizieren.
Vom Unterricht suspendiert
Die Aktion hatte bereits in der Schule Konsequenzen. Drei Schüler wurden für drei Wochen, ein weiterer für zehn Tage vom Unterricht suspendiert. Sie hatten die Tat gestanden und sich bereit erklärt, für den Schaden einzustehen. Damit war die Sache aber nicht ausgestanden.
Denn die Schulleiterin zeigte die Tat noch bei der Ortspolizei in Andratx an, die Ermittlungen aufnahm. So kam die Whatsapp-Gruppe ans Licht. Die vier Schüler, die bereits in der Schule gestanden, leugneten vor Gericht ihre Beteiligung. Ihr vorheriges Geständnis, Aussagen anderer Schüler und die Whatsapp-Nachrichten reichten den Richtern aber für den Schuldspruch.
Die Eltern der vier Schüler müssen nun 7.633 Euro für die Reinigungsarbeiten der Fassade zahlen. Zudem wurde bei dem Angriff ein Motor einer der Jalousien beschädigt. Neben dem Sozialdienst müssen die Jugendlichen Kurse belegen, in denen ihnen gesellschaftliches Miteinander und soziale Werte beigebracht werden.
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