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Mallorcas größter Betrug aller Zeiten: Staatsanwaltschaft fordert neun Jahre Haft für Mietwagenhai

S.L.O. soll 3.468 Autos verkauft haben, die er selbst nur von Konzessionären geliehen hatte

S.L.O. bei seiner Auslieferung.

S.L.O. bei seiner Auslieferung. / TV Taiwan

Marcos Ollés

Marcos Ollés

Die Staatsanwaltschaft fordert neun Jahre Haft für den mallorquinischen Unternehmer S.L.O., der 3.468 Mietwagen, die ihn nicht gehörten, verkauft haben soll. Das geht aus der Anklageschrift hervor, die der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" vorliegt. S.L.O. soll mehr als 20 Millionen Euro ergaunert haben. Es gilt als der größte Betrug in der Geschichte Mallorcas.

Der Unternehmer war sechs Jahre lang auf der Flucht, ehe er im Oktober 2024 in Taiwan gefasst wurde. Die Behörden lieferten ihn über Deutschland nach Spanien aus. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Autos verkauft, die nur geliehen waren

Der Mallorquiner leitete die Autovermietung Autoclick auf der Insel. Er lieh sich die Wagen von Konzessionären und besaß dadurch eine große Flotte in ganz Spanien. Wie in der Anklageschrift steht, gehörten die Autos ihm ausdrücklich nicht und er hatte kein Recht, sie zu vermieten oder zu verkaufen.

Zwischen September 2017 und Juni 2018 soll S.L.O. dennoch die geliehenen Autos verkauft haben. Den Käufern versprach er immer, die Fahrzeugpapiere, die er nicht hatte, nachzureichen. Neben dem strafrechtlichen Prozess wird der Unternehmer von den Konzessionären zivil auf Schadensersatz verklagt.

Strafrechtlich heißt die Anklage Betrug und Dokumentenfälschung. Neben der Haftstrafe fordert die Staatsanwaltschaft ein Bußgeld in Höhe von 4.320 Euro. Das Gericht stellte das Verfahren gegen zwei Brüder des Unternehmers bereits ein.

Wie der Vater so der Sohn

Der Betrug scheint ein Familiengeschäft zu sein. Der Vater des Angeklagten hatte sich mit Investmentfonds 842.000 Euro erschwindelt und zehn Millionen Euro an Steuern unterschlagen. Er setzte sich 2008 nach Paraguay ab. 2022 wurde er festgenommen und ausgeliefert. Ein Gericht in Palma verurteilte ihn zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe, die er mittlerweile wohl abgesessen haben dürfte.

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