Tödlicher Einsturz des Medusa Beach in Arenal: Richter lockert Auflagen für den Betreiber
Christian A. muss künftig nur noch alle drei Monate beim Gericht in Palma erscheinen – der Passentzug bleibt allerdings bestehen

Christian A. / Cati Cladera
Ein Richter in Palma hat die Auflagen für den Betreiber des Medusa Beach Club gelockert, der wegen des tödlichen Einsturzes des Lokals am 23. Mai 2024 in s’Arenal angeklagt ist. So muss sich der Unternehmer Christian A. nun nur noch alle drei Monate bei den Justizbehörden melden, statt wie bis Ende 2025 jeden Monat.
Bei dem Vorfall stürzte die Terrasse des Lokals ein. Dabei sterben vier Menschen, rund 15 weitere wurden verletzt. Gegen Christian A. läuft in Palma ein umfangreiches Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen vierfacher fahrlässiger Tötung sowie mehrerer weiterer Delikte im Zusammenhang mit fahrlässiger Körperverletzung.
Der zuständige Richter änderte den Beschluss vom 26. Juni 2024, der kurz nach der Festnahme des Unternehmers durch die Nationalpolizei erlassen wurde. Demnach muss Christian A. künftig am 1. jedes dritten Monats persönlich beim Gericht erscheinen.
Reisepass weiter entzogen
Andere Auflagen, darunter die Abgabe des Reisepasses, bleiben bestehen. Der Richter hat damit einem Antrag von Christian A.s Verteidiger stattgegeben, der im vergangenen Dezember eine Änderung der Auflagen gefordert hatte.
Mitte November 2025 sagte Christian A. vor Gericht aus. Dabei erklärte er, er habe nicht gewusst, dass es Unregelmäßigkeiten bei den Arbeiten an der Terrasse im Jahr 2013 und bei der Gebäudeinspektion gegeben habe. Nach seiner Darstellung hätten ihn weder sein ehemaliger Geschäftspartner noch die Eigentümer des Gebäudes darüber informiert, dass die damaligen Arbeiten ohne Genehmigung erfolgt seien und dass die technische Gebäudeprüfung negativ ausgefallen sei. Von all dem habe er erst nach der Tragödie erfahren und er sei davon ausgegangen, dass „alles korrekt“ gewesen sei.

Blumen liegen am 25.12.2024 am Bauzaun vor dem ehemaligen Medusa Beach Club. / Simone Werner
Zudem erklärt er, das Rathaus von Palma habe das Lokal regelmäßig wegen Lärms und der Schließzeiten kontrolliert, dabei aber nie etwas zur Baugenehmigung oder zur Nutzung der Terrasse gesagt. Die Terrasse sei seit den Arbeiten 2013 „von der Straße aus perfekt sichtbar“.
Bei dem Gerichtstermin im November 2025 hinterlegte Christian A. zudem 250.000 Euro für die Verletzten sowie die Angehörigen der vier Todesopfer. Er erklärte, das Geld solle ohne Bedingungen an die Betroffenen ausgezahlt werden.
Das waren die Ursachen
Der Fall ist juristisch komplex: Inzwischen liegen umfangreiche Ermittlungsakten vor, vor allem aufgrund der Vielzahl der beteiligten Parteien. Unter den Betroffenen befinden sich zahlreiche ausländische Staatsbürger, darunter viele aus den Niederlanden, die ihrerseits Gutachten und Schadensnachweise eingereicht haben.
Nach Angaben der Polizei und der Feuerwehr war eine Kombination aus baulicher Überlastung und nicht genehmigter Nutzung Auslöser des Unglücks. Laut dem Bürgermeister von Palma, Jaime Martínez, hatte die eingestürzte Dachterrasse keine gültige Betriebserlaubnis.

Der Medusa Beach Club an der Playa de Palma. / FB Medusa/DM
Das ist der Verdacht
Zudem war bei einer Gebäudeinspektion (ITE) im Jahr 2023 ein negatives Gutachten ausgestellt worden. Es habe bauliche Veränderungen gegeben, die zu einer Überbelastung der Struktur führten. Zum Zeitpunkt des Einsturzes hielten sich 21 Personen auf der Dachterrasse auf – zu viele, wie sich später herausstellte. /sw, rp
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