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Jetzt steht fest: Mallorca will nicht für die totale Sonnenfinsternis auf der Insel werben

Die Kommission, die das astronomische Großereignis vorbereiten soll, gibt erste Beschlüsse bekannt

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260215EUROPA PRESS D (231561347) / Europa Press

Ciro Krauthausen

Ciro Krauthausen

Mallorca und die Nachbarinseln Menorca, Ibiza und Formentera bereiten sich weiter auf die totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026 vor. Bei dem bereits zweiten Treffen einer im Januar eigens dafür einberufenen Kommission haben Behördenvertreter und Experten am Montag (16.12.) erste Pflöcke für eine sichere Beobachtung des Himmelsereignisses eingeschlagen.

Es geht dabei um Fragen der Mobilität und des Katastrophenschutzes, des Umwelt-Risikomanagements und der öffentlichen Gesundheit, der Kommunikation und der wissenschaftlichen Vermittlung. Und auch um den Tourismus. Denn eines steht nach einem entsprechenden Beschluss der Kommission fest: Mallorca wird nicht für die Sonnenfinsternis auf der Insel werben.

Die balearische "Sonnenfinsternis-Kommission" bei ihrem Treffen am Montag (16.2.).

Die balearische "Sonnenfinsternis-Kommission" bei ihrem Treffen am Montag (16.2.). / CAIB

Bemerkenswerte Zurückhaltung für eine Urlaubsinsel

Die für eine Urlaubsinsel bemerkenswerte Zurückhaltung hängt damit zusammen, dass die Verantwortlichen ohnehin befürchten, von Himmelsguckern aller Himmelsrichtungen überrannt zu werden. Mancherorts sind die Hotelpreise deshalb bereits durch die Decke gegangen. 12. August, das ist zudem touristische Hochsaison. Da geht auch ohne Sonnenfinsternis kaum noch etwas. Im vergangenen Jahr waren zu diesem Zeitpunkt über zwei Millionen Menschen auf den Inseln. Das sind rund 600.000 mehr als in der Nebensaison.

Nun wird die erst gegen Abend einsetzende totale Sonnenfinsternis aber nicht von allen Punkten der Insel gleichermaßen gut zu sehen sein. Richtig schön soll sie eigentlich vor allem über dem Meer zu bewundern sein, und zwar von der Küste der Serra de Tramuntana aus. Da werden dann vielleicht nicht alle, aber doch sehr viele hinwollen. Daher die Sorge, dass die streng geschützten Naturräume des UNESCO-Welterbes regelrecht zertrampelt werden und auf den wenigen Straßen dort ein gigantisches Verkehrschaos eintritt.

Auch von anderswo wird die Sonnenfinsternis zu sehen sein

Um die befürchteten Menschenmassen besser zu steuern, ist jetzt ein regionaler Notfall- und Koordinierungsplan ins Leben gerufen worden, mit einem speziellen Protokoll namens Eclipbal, von eclipse und Balearen. Parallel sollen diverse Arbeitsgruppen an einer Karte des Archipels arbeiten, um die Orte mit einer besonders guten Sicht auf die Sonnenfinsternis zu identifizieren. Neben der Tramuntana-Küste könnten dazu auch Abschnitte an der Südküste sowie Aussichtspunkte etwa auf dem Berg Randa oder dem Santuari Sant Salvador gehören. Vielleicht gelingt es ja so, die Menschen ein wenig über die Insel zu verteilen.

Jedenfalls: Besser nicht trommeln für die Sonnenfinsternis auf der Insel. Lieber die Menschen, die ohnehin auf der Insel sind, für das Großereignis sensibilisieren, so die Kommission. Die Informationskampagnen zu Prävention und Selbstschutz - nicht ohne Schutzbrille in die Sonne schauen - sollen auf Katalanisch, Spanisch, Englisch und Deutsch verbreitet werden. Auch eine vermutlich dann sehr sachlich und wenig werblich gehaltene Website mit allen Informationen zur Sonnenfinsternis will die Regionalregierung einrichten.

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