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Kurz vor Saisonstart: Diese neue Großbaustelle in einer Urlauberhochburg sorgt für Ärger auf Mallorca

Port d’Alcúdia startet den Umbau der „Dollarstraße“ zum Flanier-Boulevard. Das lang ersehnte Projekt erntet jetzt viel Kritik von Anwohnern und Geschäftsleuten

Die Avinguda Pere Mas i Reus in Port d'Alcúdia soll saniert und verschönert werden

Die Avinguda Pere Mas i Reus in Port d'Alcúdia soll saniert und verschönert werden / Rathaus Alcúdia

Der Hafenort Port d'Alcúdia soll schöner werden. Am Montag (16.2.) haben daher umfassende Modernisierungsarbeiten an einer der bekanntesten Straßen begonnen: Die Avinguda Pere Mas i Reus - auch bekannt als „Dollarstraße“ - soll in einen Flanier-Boulevard umgewandelt werden. Kostenpunkt: rund sechs Millionen Euro. Doch es hagelt Kritik. Denn schon in wenigen Wochen startet der Küstenort in die Urlaubersaison.

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Die Avinguda Pere Mas i Reus ist eine der bedeutendsten Straßen in Port d'Alcúdia

Die Avinguda Pere Mas i Reus ist eine der bedeutendsten Straßen in Port d'Alcúdia / GoogleMaps

Dass die in den vergangenen Jahren immer mehr heruntergekommene Allee aufgehübscht werden muss, darüber sind sich fast alle in Port d'Alcúdia einig. Zahlreiche Anwohner haben jedoch verärgert auf die Ankündigung des Baubeginns Mitte Februar reagiert. Eigentlich hatten die Bauarbeiten bereits zu Beginn des Winters starten sollen, dann gab es Verzögerungen.

„So viele Jahre haben wir darauf gewartet, dass diese Gegend in Ordnung gebracht wird, und jetzt wird es stückweise und im Eiltempo gemacht“, kommentiert eine Anwohnerin in den sozialen Medien - und scheint damit die allgemeine Stimmung von Bewohnern und Geschäftsleuten zusammenzufassen. Sie sind sich einig, dass das Projekt hätte beginnen sollen, sobald die vergangene Saison beendet war – im November 2025. Nun, so fürchten einige Dorfbewohner, könnten die Bauarbeiten die touristische Aktivität beeinträchtigen.

Tatsächlich sei der Start im November auch die ursprüngliche Idee gewesen, versichert Bürgermeisterin Fina Linares (PP). Sie nehme die Kritik an, begründe den Baubeginn im Februar jedoch mit Verzögerungen bei der Einholung von Genehmigungen anderer Verwaltungen – insbesondere der Generaldirektion für Wasserressourcen und der Küstenschutzbehörde – sowie mit der endgültigen Erlaubnis des Verkehrsdezernats im Inselrat. Außerdem bedauert die Bürgermeisterin, dass das Unternehmen, das die Ausschreibung gewonnen hat, die maximal mögliche Zeit für die Einreichung der Unterlagen ausgeschöpft habe. „Es war eine Verkettung von Umständen“, sagt Linares, die hervorhebt, dass das Projekt mit den Anwohnern, Hoteliers und Geschäftsleuten der Gegend abgestimmt worden sei. Alle seien sich einig, dass diese Allee aufgewertet werden müsse: Früher stand sie für Qualitäts­tourismus, heute ist sie ein Synonym für das Gegenteil.

Pause im Hochsommer

Die Arbeiten werden in zwei Phasen durchgeführt, da sie in den zentralen Sommermonaten unterbrochen werden. Insgesamt sollen beide Phasen zusammen etwa zwölf Monate dauern. Der Beginn der Arbeiten drei Monate später als ursprünglich vorgesehen führt dazu, dass der Projektkalender angepasst wird und die in der ersten Phase geplanten Maßnahmen reduziert werden müssen.

Während ursprünglich vorgesehen war, diese Phase zwischen November 2025 und April 2026 umzusetzen, könnte sie nun bis Mai oder Juni verlängert werden, um den verspäteten Start auszugleichen, erläuterte der Baudezernent im Rathaus, Rafael Ferrer. Die Arbeiten könnten bis Juni weiterlaufen, weil sie dann in der Nähe der Landstraße Ma-3470 stattfinden werden, wo es keine Hotels oder Geschäfte gibt, so Ferrer. "Allerdings hängt alles davon ab, wie die Arbeiten vorankommen“, sagt er.

Das aktuelle Regierungsteam hat das frühere Sanierungsprojekt, das das Rathaus 2023 – damals unter der Regierung der Sozialisten und von El Pi – angekündigt hatte und das nie umgesetzt wurde, grundlegend überarbeitet. Das damalige Budget lag bei etwa 2,8 Millionen Euro, während das Projekt, das nun startet, sich auf 6 Millionen Euro beläuft, wovon 800.000 Euro aus einem Zuschuss stammen.

Parkplätze und Fahrspuren

Entsprechend umfassender werde die Sanierung ausfallen, so Ferrer. Anders als im vorherigen Projekt bleiben zwei Fahrspuren für motorisierte Fahrzeuge erhalten, um die Mobilität zu erleichtern; zudem werden sämtliche städtischen Versorgungsleitungen ersetzt, darunter die öffentliche Beleuchtung sowie die Leitungen für Trinkwasser und Kanalisation.

Das Projekt sieht oberirdische Parkplätze auf der Seite vor, auf der sich die Ferienanlage Bellevue befindet, sowie einen Radweg im selben Bereich. Außerdem sollen neue Grünflächen angelegt und neue Baumarten gepflanzt werden, die die derzeitigen Maulbeerbäume ersetzen. „Es ist ein Projekt, auf das Anwohner und Geschäftsleute lange gewartet haben; es ist eine Straße, die veraltet ist, weil sie nie einer grundlegenden Sanierung unterzogen wurde. Sie braucht eine ‘ärztliche Hand’“, schließt der Baudezernent. /somo

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