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Schon wieder ein Boot gestrandet: Jetzt liegt ein Segler zerstört auf Felsen in der Bucht von Pollença

Nach mehreren Strandungen am Wochenende ist ein weiteres Boot im Norden Mallorcas auf Grund gelaufen. Eine Umweltschutzorganisation warnt vor Risiken für Meeresboden, Posidonia-Wiesen und die Schifffahrt

Das Segelboot liegt auf einem Felsen in Sa Ferradura.

Das Segelboot liegt auf einem Felsen in Sa Ferradura. / Arrels Marines

Ein Segelboot ist an der Küste von Alcúdia, zwischen Bonaire und s’Illot, auf Grund gelaufen. Der neue Vorfall rückt erneut die irregulären Ankerplätze im Norden Mallorcas in den Fokus – am Wochenende waren bereits mehrere Boote im Norden der Insel gestrandet. Das in Sa Ferradura auf Grund gelaufene Boot ist stark beschädigt.

Nach ersten Informationen der Umweltschutzorganisation Arrels Marines handelt es sich dabei vermutlich um dasselbe Boot, das zuvor illegal im Hafenbereich von Port de Pollença vor Anker gelegen haben soll.

Anwohner berichteten der Organisation, dass am vergangenen Donnerstag (12.2.) ein treibendes Segelboot beobachtet wurde, das in Richtung Cap des Pinar, dem östlichen Zipfel der Bucht von Pollença, unterwegs gewesen sei. Anschließend habe sich das Boot bis nach Sa Ferradura nördlich von Port d'Alcúdia verlagert, wo es schließlich auf den Felsen festkam.

Neue Vorwürfe gegen unkontrollierte Ankerplätze

Die Organisation führt derzeit weitere Nachforschungen durch, um den Eigentümer zu ermitteln. Nach Angaben der Umweltschützer gibt es Zeugen, die gesehen haben wollen, wie das Boot am Donnerstag seinen Ankerplatz verlor, West- und Nordwestwinde hätten es anschließend in Richtung Alcúdia gedrückt.

Das Segelboot liegt auf den Felsen und ist schwer beschädigt.

Das Segelboot liegt auf den Felsen und ist schwer beschädigt. / Arrels Marines

Arrels Marines nutzt den Vorfall, um erneut vor den Risiken zu warnen, die ihrer Ansicht nach entstehen, wenn in dieser Zone ohne ausreichende Regulierung und Kontrolle geankert wird. „Es geht nicht nur um ein Umweltproblem – wegen der Auswirkungen auf den Meeresboden und die Posidonia-Wiesen –, sondern auch um eine offensichtliche Gefahr im Schiffsverkehr“, heißt es.

Arrels Marines fordert mehr Überwachung und Präventionsmaßnahmen, um weitere Zwischenfälle zu verhindern, sowie eine Überprüfung des Managements der Ankerzonen im Port de Pollença. Die Häufung solcher Vorfälle zeige, so die Organisation, dass die verschiedenen Verwaltungen sich besser untereinander absprechen und die Küsten strenger schützen müssten – vor allem in besonders sensiblen Küstenabschnitten.

Nicht das erste Mal

Der starke Wind im Zuge des Sturmtiefs "Nils" hat dafür gesorgt, dass in Port de Pollença am vergangenen Wochenende einige Boote gestrandet sind. Ein Segelboot habe zwar nicht den Strand erreicht, es sei aber in die Badezone nahe des Hafens und der Militärbasis getrieben, teilte Arrels Marines mit. Neben diesem Boot haben die Umweltschützer ein weiteres registriert, das nach dem Schleifen seines Ankers entlang des Meeresbodens ebenfalls in den Badebereich geraten sei. Außerdem sei ein Schlauchboot vollgelaufen und infolge des Sturms teilweise untergegangen.

Das Schlauchboot füllte sich mit Wasser und ging teilweise unter.

Das Schlauchboot füllte sich mit Wasser und ging teilweise unter. / Arrels Marines

Bereits Ende Januar hatte Arrels Marines darauf hingewiesen, dass ein großes Segelboot, das illegal im Port de Pollença geankert habe, wegen des starken Wellengangs durch das Sturmtief „Harry“ am Strand gestrandet sei.

Und nicht nur in diesem Jahr sind Boote in der Bucht von Pollença auf Grund gelaufen. Ende 2024 ereignete sich ein Vorfall in der gleichen Gegend, in der das neue gestrandete Boot vorgefunden wurde: zwischen dem Club Nàutic Cocodrilo und Sa Ferradura. Monate später lag der Rumpf noch immer dort; durch den Wellengang zerbrach das Wrack nach und nach und verteilte Abfälle verschiedenster Art ins Meer.

Wie lange das neue, gestrandete Segelboot in Sa Ferradura bleiben wird, ist offen. Vieles deutet darauf hin, dass eine Bergung wegen der schwer zugänglichen Lage auf den Felsen kompliziert werden dürfte. /slr

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