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Polizei auf Mallorca setzt Elektroschocker ein: Mann stirbt daraufhin an Herzstillstand

Der Familienvater schrie zuvor wild und zerstörte Gegenstände. Die Polizei ermittelt nun, ob der Einsatz der Waffe gerechtfertigt war

Archivfoto: Ein Streifenwagen der Nationalpolizei.

Archivfoto: Ein Streifenwagen der Nationalpolizei. / Nationalpolizei

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Ein Familienvater auf Mallorca ist in der Nacht auf Donnerstag (19.2.) verstorben, nachdem ein Polizist ihn mit einem Elektroschocker ruhig stellen wollte. Das geht aus einer Pressemitteilung der Nationalpolizei hervor.

Plötzlicher Herzstillstand

Gegen 4.15 Uhr morgens ging ein Notruf bei der Polizei ein, dass ein Mann in einer Wohnung in Palma außer sich ist, herumschreit und wild Sachen zerstört.

Seine Kinder hatten sich bereits zu einem Nachbarn in Sicherheit gebracht. Die Streife der Nationalpolizei versuchte den Mann zu beruhigen, der den Anweisungen der Beamten aber nicht Folge leistete. "Einer der Polizisten sah sich genötigt, den Elektroschocker einzusetzen", heißt es in der Pressemitteilung.

Der Mann erlitt einen Herzstillstand. Die Beamten begangen umgehend mit Wiederbelebungsmaßnahmen und riefen den Notarzt, der das Leben des Familinvaters aber nicht retten konnte.

Die Mordkomission und die Kriminaltechnik der Nationalpolizei ermitteln nun in dem Fall. Es wird auch untersucht, ob der Einsatz des Elektroschockers gerechtfertigt war.

Polizisten diese Woche erst vor Gericht

Erst diese Woche standen Nationalpolizisten wegen des Vorwurfs der Polizeigewalt vor Gericht. Die Beamten waren zu einem vermeintlichen Fall häuslicher Gewalt in den Carrer Foners in Palma gerufen worden. Dort schlugen sie wohl mit Schlagstöcken auf einen Mann ein, auch als er bereits im Streifenwagen saß. Seine Frau sagte später vor Gericht aus, der Notruf nur inszeniert gewesen, da sie ihrem Gatten lediglich eine Lektion erteilen wollte.

Die Staatsanwaltschaft fordert für den Mann drei Jahre Haft wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt. Er hatte sich gegen die Festnahme gewehrt und im Streifenwagen randaliert. Den Beamten drohen wegen Polizeigewalt je elf Monate Haft.

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