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Brand im alten Gefängnis von Palma: Meterhohe Flammen schlagen in den nächtlichen Himmel von Mallorca

Zwei Einsätze in einer Nacht für die Rettungskräfte: Große Mengen Müll hatten Feuer gefangen

Das alte Gefängnis wird von Dutzenden Besetzern bewohnt.

Das alte Gefängnis wird von Dutzenden Besetzern bewohnt. / Guillem Bosch

Schon wieder hat es im alten Gefängnis von Palma gebrannt: Vier Menschen, die als Besetzer in der ehemaligen Haftanstalt auf Mallorca leben, mussten in der Nacht auf Samstag (21.2.) von der Feuerwehr gerettet werden. Sie waren von Flammen und dichtem Rauch eingeschlossen, nachdem im Innenhof ein Brand in einem großen Müllhaufen ausgebrochen war.

Die vier Geretteten blieben unverletzt und mussten nicht ins Krankenhaus gebracht werden. Die übrigen Bewohner – nach Angaben der Einsatzkräfte Dutzende – konnten das Gelände an der Ausfallstraße nach Sóller selbstständig verlassen. Der Einsatz dauerte mehr als zwei Stunden und sorgte in der Nachbarschaft für erhebliche Beunruhigung. Ohnehin beklagen sich die Anwohner über die Zustände in dem besetzten Gebäude und machten ihrem Unmut erst im Januar mit einer Demonstration Luft.

Gleich zwei Brände in einer Nacht

Wie der MZ ein Sprecher der Feuerwehr von Palma berichtete, mussten die Feuerwehrleute in der Nacht gleich zweimal zur alten Gefängnisanlage ausrücken. Der erste Brand brach gegen 21.20 Uhr aus und entzündete einen Haufen Abfälle. Dieses Feuer konnte nach weniger als einer Stunde unter Kontrolle gebracht werden, größere Folgen hatte der Zwischenfall nicht. Nach den Löscharbeiten zogen die Einsatzkräfte wieder ab.

Nur wenige Stunden später, gegen 2 Uhr, ging erneut ein Notruf ein. Diesmal stand ein im Hof aufgetürmter Müllberg in Flammen. Als die Feuerwehr eintraf, schlugen die Flammen bereits mehrere Meter hoch in den Himmel und waren weithin zu sehen. Eine große Rauchwolke waberte über das gesamte Gelände.

Vier Menschen waren eingeschlossen

In dem ehemaligen Gefängnis sollen mehr als hundert Menschen leben. Die meisten der Besetzer konnten sich nach draußen retten. Während der Löscharbeiten stellten die Feuerwehrleute jedoch fest, dass vier Personen im Inneren festsaßen und vom Rauch eingeschlossen waren.

Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräten brachten sie ins Freie. Medizinische Hilfe war nicht erforderlich.

Häufige Brände

Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen der enormen Menge an Müll und anderen Habseligkeiten der Bewohner schwierig, weil diese wie ein Brandbeschleuniger wirkten. Einheiten aus zwei Feuerwachen waren mehr als zwei Stunden im Einsatz, bis das Feuer endgültig gelöscht war.

Brände in der alten Gefängnisanlage kommen nach Angaben der Feuerwehr immer wieder vor. In dem Gebäude leben Besetzer unter miserablen Bedingungen, im Inneren sammelt sich viel Unrat. Auch kommt es häufiger zu Gewalttaten zwischen den Bewohnern. Die Nationalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen, um die Ursache des Feuers zu klären.

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