Fincaverwalter auf Mallorca soll kuwaitische Eigentümer betrogen haben: Jetzt droht ihm Knast
Der Mann soll das Vertrauensverhältnis zu der Familie ausgenutzt haben, um sich persönlich zu bereichern

Luftaufnahme der Finca Son Jaumell. / Caib
Ein ehemaliger Fincaverwalter, der sich auf Mallorca um mehrere Anwesen einer kuwaitischen Familie kümmerte, steht ab dieser Woche in Palma vor Gericht. Dem Mann wird vorgeworfen, die Eigentümerfamilie um mehr als 300.000 Euro betrogen zu haben.
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft verwaltete der Beschuldigte die Anwesen Capocorb, Betlem, Ses Planes und Son Jaumell. Der Angeklagte habe die Grundstücke überwacht, andere Angestellte kontrolliert und Wartungs- sowie Reinigungsarbeiten ausgeführt, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung sei, wenn die Eigentümer anreisten. Das Verhältnis zu den Besitzern soll vertrauensvoll gewesen sein, da bereits seine Eltern dieselben Tätigkeiten für die Familie ausgeübt hätten.
Das wird dem Mann vorgeworfen
Die mutmaßlichen Taten sollen sich ab 2017 ereignet haben. Im September jenen Jahres habe er – so die Anklage – die Fincas Betlem und Capocorb ohne Zustimmung der Eigentümer für fünf Jahre für jährlich 20.000 Euro verpachtet. Von diesen Einnahmen soll er sich rund 50.000 Euro angeeignet haben.
Im selben Monat habe er zudem die Finca Ses Planes ebenfalls für fünf Jahre und zu einer Jahrespacht von 9.000 Euro an zwei Brüder vermietet, die das Anwesen mindestens drei Jahre lang bewirtschafteten. In diesem Fall soll der Angeklagte zwar kein Geld direkt einbehalten haben. Die Mieter hätten jedoch Arbeiten auf den Anwesen ausgeführt, die er später der kuwaitischen Familie in Rechnung gestellt haben soll.
Im Mai 2019 soll er darüber hinaus Anträge gefälscht haben, um bei der Umweltabteilung des Inselrats Jagdgenehmigungen für ein Grundstück der Familie zu erwirken. Ein Jahr später soll er mit einem Jäger für 12.000 Euro einen Vertrag über die einjährige Nutzung auf der Finca abgeschlossen haben. Im Jahr 2021 habe er außerdem mehrere Kiefern an ein Unternehmen für 8.000 Euro verkauft, wovon er sich 1.500 Euro angeeignet haben soll.
Rechnungen über nicht erbrachte Dienstleistungen
Hinzu kommt laut Anklage, dass er 2018 eine Handelsgesellschaft gründete, deren alleiniger Geschäftsführer er war. Diese bot der kuwaitischen Familie an, die Instandhaltungsarbeiten an den Anwesen zu übernehmen. Aufgrund des Vertrauensverhältnisses habe die Familie dem zugestimmt. Vereinbart worden sei, dass er jedes Jahr einen detaillierten Kostenvoranschlag mit den geplanten Arbeiten vorlege und nach Genehmigung und Ausführung die entsprechenden Rechnungen bezahlt würden. Zwischen 2020 und 2022 habe er jedoch mindestens vier Rechnungen für nicht erbrachte Dienstleistungen sowie nicht ausgeführte (oder nur teilweise ausgeführte) Arbeiten gestellt.
Die mündliche Verhandlung beginnt am Donnerstag (26.2.). Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren sowie die Zahlung einer Geldstrafe von etwa 38.000 Euro und eine Entschädigung in Höhe des mutmaßlich ergaunerten Betrags. /pss
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