Rechtsstreit um Robert-Lewandowski-Villa auf Mallorca: Deutsche Projektentwicklerin zu Bewährungsstrafe verurteilt
Die Projektentwicklerin erklärte sich für schuldig - das ersparte dem Fußballstar, als Zeuge vor Gericht aussagen zu müssen

Robert Lewandowski kaufte die Finca in Santa Ponça im Jahr 2021. / MZ
Es sollte ein lukratives Geschäft werden, endete aber in einem fünfjährigen Rechtsstreit. Ein schon älteres deutsches Ehepaar entdeckte auf Mallorca eine Immobilie, die zum Verkauf stand. Renovieren, verkaufen, Kasse machen - das war der Plan. Die Deutschen holten sich eine befreundete Projektentwicklerin mit ins Boot, die sich mit derartigen Geschäften auskannte. Mit dem Fußballstar Robert Lewandowski fand sich auch ein prominenter Abnehmer, der dazu bereit war, für die Villa 3,5 Millionen Euro zu zahlen. Doch dann kam es zu einer jahrelangen Schlammschlacht, die am Dienstag (24.2.) mit der Verurteilung der Projektentwicklerin vor Gericht in Palma ein Ende fand.
Sowohl die Kläger als auch die Angeklagten sind sehr auf ihre Anonymität bedacht. Die Anwälte baten darum, auf Fotos oder Nennung von Initialen zu verzichten. Im Gegenzug sprechen die Kläger mit der MZ. "Sie war eine meiner besten Freundinnen", sagt die Klägerin über die Angeklagte. Im Jahr 2017 gründeten das Ehepaar und die Angeklagte gemeinsam mit deren Mann eine Firma. Beide Paare hielten 50 Prozent der Rechte. "Unsere Freundin war jedoch als Geschäftsführerin eingetragen und hatte daher das Sagen", sagt der Kläger.
Die Gier war stärker als die Freundschaft
Gemeinsam renovierten sie die Immobilie , möblierten sie und verkauften sie am 9. Juni 2021 für 3.515.666 Euro an den damaligen Bayern-Star. Das Geld floss jedoch hinter dem Rücken des Ehepaars auf ein Konto der Projektentwicklerin, die laut Anklageschrift damit private Immobilien kaufte. Kurze Zeit später waren nur noch 408.593,15 Euro übrig. Um die Transaktion abzuwickeln, hätte die Angeklagte eine offizielle Sitzung mit den Anteilshabern einberufen müssen. Stattdessen fälschte sie ein Dokument, dass diese Zusammenkunft bescheinigte.
Knapp fünf Jahre später endete der Streit zwischen den Geschäftspartnern kurz vor dem Prozess. Staatsanwaltschaft, Kläger und Angeklagte schlossen einen Deal ab. Die Projektentwicklerin erklärte sich vor der Richterin für schuldig. Ein Prozess war nicht mehr notwendig, auch Robert Lewandowski musste daher nicht erscheinen oder aussagen.
Das ist das Urteil
Der Deal beinhaltet, dass die Anklage wegen Urkundenfälschung fallengelassen wird. Die Richterin verurteilte die Deutsche wegen Unterschlagung und Untreue zu je einem Jahr Haft. Beide Jahre werden auf Bewährung ausgesetzt. Jegliche Auflagen gegen sie werden aufgehoben, die Projektentwicklerin verliert jedoch in der Bewährungszeit ihr passives Wahlrecht.
Insgesamt entschädigt sie das Ehepaar mit 1,625 Millionen Euro. Rund 951.000 davon hat sie bereits an das Gericht überwiesen, rund 246.000 Euro direkt an die Kläger. Die restliche Summe muss sie bis zum 10. April bezahlen. Andernfalls kann die Bewährungsstrafe zur Haft umgewandelt werden. An den Staat zahlt die Deutsche eine Geldstrafe in Höhe von 1.440 Euro. Die setzt sich aus je zwei Strafen in Höhe von sechs Monaten zu einem Tagessatz in Höhe von vier Euro zusammen. Das Urteil ist rechtskräftig, die Verurteilte kann keine Rechtsmittel dagegen einlegen.
"Wir haben das Geld zurückbekommen, das wir damals investiert hatten. Gewinn machten wir letztlich nicht", sagt das Ehepaar der MZ. Ins Immobiliengeschäft auf Mallorca wollen sie nie wieder einsteigen. Die damals gegründete Firma existiert offiziell noch. Lewandowski soll sich in der Villa übrigens pudelwohl fühlen. Mittlerweile kaufte sich der Pole sogar eine zweite Immobilie auf der Insel.
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