Spektakuläre Idee, Millionen-Zusage von der EU: Warum wird aus der Unterwasser-Attraktion in Portocristo trotzdem nichts?
Portocristo wird kein Unterwassermuseum bekommen: Manacor stoppt das Projekt mit zwei Millionen Euro aus EU-Mitteln – aus recht banalen Gründen

Leider wird es nichts mit dem Tauchermuseum in Portocristo / Sebastià Sansó
Schlechte Nachricht für Taucher und Abenteurer: Es wird kein Unterwasserriff an der Hafeneinfahrt von Portocristo geben. Das Unterwassermuseum mit Repliken antiker Schiffe, das Kultur- und Abenteuertourismus in den Küstenort locken sollte, ist endgültig vom Tisch. Das hat die Tourismusdezernentin der Stadt Manacor, Júlia Acosta, am Montag (23.2.) bekanntgegeben. Nach mehreren institutionellen Treffen habe man beschlossen, von dem ursprünglichen Projekt mit einem Budget von zwei Millionen Euro aus EU Mitteln abzurücken.
Originalgetreue Schiffe und Unterwasseparadies für Pflanzen
Dabei hatte die Stadtverwaltung von Manacor die Idee in der vergangenen Legislaturperiode noch als großes Prestigeprojekt gefeiert. Ende 2022 nämlich hatte die Gemeinde einen europäischen Zuschuss aus den Next-Generation-Fonds in Höhe von zwei Millionen Euro erhalten, um einen unterwasserarchäologischen Park zu schaffen und zu betreiben. Dieser sollte zugleich als Riff dienen, um die Meeresfauna an der Hafeneinfahrt zu regenerieren – ein Bereich, der jahrzehntelang durch die Netze der Schleppnetzfischerei stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Das Projekt, das von der Tourismusdelegation abgewickelt wurde, sollte innerhalb von drei Jahren fertiggestellt werden. Es wurde jedoch eine Verlängerung um ein weiteres Jahr erreicht, um zu versuchen, eine Initiative wieder flottzumachen, die von Anfang an zu ambitioniert wirkte: Das Museum sollte vier historische Schiffe in Originalgröße nachbilden, die tatsächlich einst in belarischen Gewässern gefunden worden waren. Darum sollte sich das Institut Balear d’Estudis d’Arqueologia Submarina (IBEAM) kümmern.
Begonnen werden sollte mit einer maßstabsgetreuen Reproduktion des römischen Schiffs von ses Llumetes, rund 20 Meter lang, das im 1. Jahrhundert n. Chr. den Transport von Fischsauce (Garum) zwischen der iberischen Halbinsel und Rom übernahm. Später sollten dann weitere originalgetreue Nachbauten historischer Wracks folgen, von denen bekannt ist, dass sie zwischen dem 1. und dem 20. Jahrhundert in Portocristo gesunken sind, darunter ein weiteres römisches Schiff, ein byzantinisches und ein Dampfschiff aus dem 20. Jahrhundert.
"Wo ist das Geld hin?"
All diese Pläne sind nun verworfen worden. „Es war ein sensibles Projekt, das von Genehmigungen der Küstenbehörde, der Wasserressourcen, der Hafen- und Seeschifffahrtsbehörde abhing. In einer früheren Plenarsitzung haben wir bereits informiert, dass wir wegen technischer, rechtlicher und administrativer Rahmenbedingungen nicht mit dem ursprünglichen Projekt fortfahren würden“, so Acosta weiter.
Trotzdem sei die Prämisse, dass "kein Euro zurückgezahlt wird" - wobei sie nicht verraten wollte, wie die Mittel investiert werden oder ob sie dem Küstenort zugutekommen sollen.
In der Opposition im Rathaus sorgte das offizielle Aus des Unterwasserprojekts für Kritik. Der Vorsitzende des Ortsverbands der konservativen PP, Mateu Fullana, betonte, dass „Portocristo eine sehr wichtige Chance verloren hat. Wir sprechen von 2 Millionen Euro, die in den Ort fließen sollten und die heute nicht da sind.“ Er kritisierte auch die mangelnde Transparenz und verlangte, dass öffentlich erklärt wird, was mit den EU-Mitteln passiert ist: „Wo sind diese Mittel geblieben, die für Portocristo bestimmt waren? Warum hat man das Projekt dort, wo es hätte verteidigt werden müssen, nicht verteidigt?“ /somo
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