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81 Menschen südlich von Mallorca vermisst: Suche nach drei Booten aus Algerien läuft

Zwei der Migrantenboote stachen bereits am Sonntag an der algerischen Küste in See. Angehôrige haben seither keine Nachricht von den Insassen erhalten. Suchflüge bisher erfolglos - Koordinaten sind nicht bekannt

Archivbild eines Migrantenboots vor den Balearen.

Archivbild eines Migrantenboots vor den Balearen. / DI

Im Meer südlich von Mallorca werden zur Stunde 81 Personen vermisst. Nach Angaben der NGO Caminando Fronteras soll es sich um die Insassen von drei Booten handeln, die in den vergangenen Tagen auf dem Weg von Algerien zu den Balearen verschwunden sein könnten. Am Nachmittag suchte ein Hubschrauber deswegen das Gebiet südlich des Mallorca vorgelagerten Archipels Cabrera nach den Vermissten ab.

Bei den Überfahrten von Algerien auf die Balearen sowie an die spanische Mittelmeerküste kommt es immer wieder zu Tragödien. Die Behörden hatten den Such- und Rettungseinsatz am Donnerstag (26.2.) aktiviert, nachdem Caminando Fronteras die Informationen an die Verwaltung weitergegeben hatte. Demnach waren es Angehörige der potenziellen Schiffbrüchigen, die Alarm schlugen.

Suchflüge von Frontex - Rettungskräfte liegen keine Koordinaten vor

Bereits am Vormittag hatte nach Angaben der spanischen Regierungsdelegation auf den Balearen ein Flugzeug der EU-Grenzschutzagentur Frontex mehrere Suchflüge unternommen, die jedoch ohne Erfolg blieben.

Der Schwerpunkt der Suche liegt südlich von Cabrera. Konkrete Koordinaten, um den Einsatz einzugrenzen, liegen den Rettungskräften allerdings nicht vor. Entsprechend groß ist das Suchgebiet, das aus der Luft abgesucht wird.

Zwei Babys und zehn Frauen unter den Vermissten

Unter den Vermissten sollen sich laut Caminando Fronteras auch zwei Babys und rund zehn Frauen befinden. Die NGO spricht von mindestens drei verschwundenen Booten mit insgesamt 81 Migranten an Bord, die in den vergangenen Tagen von Algerien aus in Richtung Balearen aufgebrochen seien.

Wie die Verantwortliche von Caminando Fronteras, Helena Maleno, gegenüber der Nachrichtenagentur Europa Press erläuterte, seien zwei der Boote am vergangenen Sonntag von der algerischen Küste in See gestochen. Auf einem der beiden sollen sich 29 Menschen subsaharischer Herkunft befunden haben, auf dem zweiten weitere 30 subsaharische Migranten – darunter drei Frauen und zwei Babys.

Das dritte Boot stach am Dienstag in See

Das dritte Boot, das als vermisst gemeldet wurde, sei am Dienstag mit 22 Personen an Bord ausgelaufen. Unter ihnen seien sieben Frauen gewesen. Nach Angaben der NGO handelt es sich bei den Passagieren bis auf eine Ausnahme - einer Person aus dem Sudan - um somalische Staatsangehörige.

Caminando Fronteras steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit den Familien der Vermissten. Die Angehörigen hätten sich an die NGO gewandt, weil sie seit dem Auslaufen der Boote keine Informationen über den Verbleib der Migranten hätten und inzwischen mehrere Tage vergangen seien.

Telefon gibt kein Signal

In einem Fall habe die NGO den Rettungskräften zudem die Telefonnummer eines Migranten übermittelt, der sich auf dem am Dienstag gestarteten Boot befinden soll. Das Telefon gebe jedoch kein Signal.

Im Laufe der Woche waren bereits 410 Migranten an Bord von 23 Booten bis in balearische Gewässer gelangt.

Caminando Fronteras verweist außerdem auf ihren jährlichen Bericht „Monitoreo del derecho a la vida“. Demnach seien im Jahr 2025 mindestens 1.037 Migranten verschwunden, während sie versucht hätten, die sogenannte algerische Route zu überqueren, die das Maghreb-Land mit den Balearen und der spanischen Mittelmeerküste verbindet. Der Archipel hat sich nach Darstellung der NGO zum „gefährlichsten“ Abschnitt dieser Überfahrt entwickelt .

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