Klage, Millionen-Deal und Luxushotel-Pläne: Jetzt sichert sich Klinik-Tycoon Víctor Madera auch Küstengrundstücke auf Mallorca
Nach einer Klage über 300.000 Euro trennt sich die kuwaitische Investorin Fawziah Al Hassawi weiter von ihren Mallorca-Immobilien. Käufer von einem Premiumgrundstück in Llucmajor ist der Quirónsalud-Gründer Víctor Madera, der auf Luxushotels setzt.

Erst Künstengrundstücke auf Menorca, jetzt auch auf Mallorca: Víctor Madera setzt weiter auf die Balearen / Redaktion DM
Die kuwaitische Magnatin Fawziah Al Hassawi ist erneut in die Schlagzeilen geraten – Anlass ist eine Klage gegen ihren Vertrauensmann auf Mallorca, den sie verschiedener Betrugsdelikte in Höhe von insgesamt dreihunderttausend Euro beschuldigt. Jetzt setzt sie ihren Rückzug aus Investitionen auf der Insel fort. Die letzte große Transaktion vor zwei Jahren war der Verkauf der Possessió Capocorb Nou in Llucmajor an den Gründer der spanischen Klinikkette Quirón Salud, Víctor Madera, zum Preis von zwölf Millionen Euro. Es ist nur eine von zahlreichen Mega-Investitionen Maderas auf Mallorca und den Nachbarinseln.
Luxushotels direkt am Meer
Capocorb Nou ist ein erstklassiges Anwesen an der Küste von Llucmajor, historisch von Capocorb Vell abgetrennt, das sich über eine Fläche von 650 Hektar erstreckt. Víctor Madera ist derzeit Präsident von Quirónsalud, nachdem er den Gesundheitsriesen an den deutschen Konzern Fresenius verkauft hatte. Seine jüngsten Käufe renovierungsbedürftiger Immobilien konzentrierten sich vor allem auf ländliche Fincas auf Menorca sowie auf Stadtpaläste in Palma im Umfeld von Can Oleza.
Der Erwerb von Capocorb Nou durch Madera bedeutet somit eine Verlagerung seines Kaufmodells großer Küstenanwesen auf Menorca nach Mallorca – vermutlich mit der Absicht, sie zu renovieren und in Luxushotels umzuwandeln. Die Gebäude der Possessió in Llucmajor erstrecken sich über zwei Etagen und verfügen über den für Küstenstandorte typischen Wehrturm. Bevor sich die Kuwaiter von einer ihrer rund ein Dutzend Immobilien auf der Insel trennten, hatten sie ein groß angelegtes, letztlich gescheitertes Immobilienprojekt ins Auge gefasst.
Vertrauen in spanisches Kapital
Mit dem Erwerb von Capocorb Nou kehrte der asturische Unternehmer zudem den Trend um, große Anwesen an Ausländer zu verkaufen, indem er eine Possessió zurückerwarb, die sich seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts in den Händen ausländischer Investoren befand. Vergleichbare Belege für das Vertrauen spanischen Kapitals in die exorbitanten Preise des insularen Bodens gibt es nur wenige.
Die bislang bedeutendste Investition Maderas auf den Balearen besteht jedoch in der jahrzehntelangen Konzession für den Häuserblock von Montesión in Palma, der zu einem exklusiven sozial-medizinischen Zentrum umgewandelt werden soll. Hier ergibt sich eine bemerkenswerte Parallele zur Possessió in Llucmajor, denn Capocorb Nou gehörte im 17. Jahrhundert dem genannten Jesuitenkolleg, das damals als Käufer auftrat.
Faible für Jesuiten-Immobilien
Noch heute prangt das Wappen der Jesuiten über dem Eingangstor der Gebäude von Capocorb Nou. Diese Symbolik ist auch mit der Biografie Maderas verknüpft, einem ehemaligen Schüler der Jünger des heiligen Ignatius von Loyola, der diese Verbindung ebenfalls betonte, um sein Interesse an der Umgestaltung und Nutzung von Montesión zu unterstreichen. Sein jüngster Erwerb in Llucmajor beherbergt zudem bedeutende archäologische Fundstätten. /somo
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