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Mallorca durch den Sepia-Filter: Eine Saharastaubwolke rückt an

Der spanische Wetterdienst Aemet meldet, dass eine Staubwolke aus der Sahara die Balearen erreicht hat. Bis Donnerstag wird sie Auswirkungen auf die Inseln haben

Der Saharastaub taucht Palma unter eine sepiafarbene Käseglocke

Patrick Schirmer Sastre

Eine aus der Sahara stammende Staubwolke hat am Montag (2.3.) die Balearen erreicht und wird Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera voraussichtlich bis Donnerstag einhüllen. Das teilte der spanische Wetterdienst Aemet auf seinem X-Account am Montag mit.

Der in der Luft schwebende Wüstenstaub sorgt für einen rötlich getrübten Himmel über Mallorca. Die Staubmasse betrifft weite Teile Europas und wird sich in den kommenden Tagen von der Iberischen Halbinsel bis nach Mittel- und Nordeuropa ausbreiten.

Besonders am Mittwoch und Donnerstag wird eine hohe Staubkonzentration erwartet. Das kann zu einer Zunahme von Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Beschwerden führen. Auch mehr allergiebedingte Arzt- und Krankenhausbesuche werden dadruch erwartet. Der Landwirtschaft indes tut der Saharastaub ganz gut, denn er hat einen Düngeeffekt.

Da in den kommenden Tagen eine Wahrscheinlichkeit schwacher Niederschläge erwartet wird, könnte es auf Mallorca stellenweise zu sogenanntem „Schlammregen“ kommen.

Auf Mallorca ein häufiges Phänomen

Nach Daten des spanischen Umweltministeriums schwebten zwischen 2009 und 2018 an rund jedem fünften Tag Staubpartikel über den Balearen. Offiziell erfasst wird auf den Inseln vor allem Schlammregen – und der ist wesentlich häufiger geworden: Gab es ihn im Jahr 2014 nur an zwei Tagen, waren es 2022 bereits 32 Tage.

Damit der Sand die Insel erreicht, müssen kräftige Südwinde die Partikel in Nordafrika aufwirbeln und in höheren Luftschichten – meist in etwa 1.500 Metern Höhe – nach Mallorca transportieren. Die heiße Luft aus Afrika sorgt dabei häufig zusätzlich für steigende Temperaturen. Verschwinden kann der Staub auf drei Wegen: wenn Partikel absinken, Regen sie auswäscht oder eine Kaltfront die Staubwolke vertreibt.

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