Auf Mallorca trat er beim Festival "Circaire" auf: Zirkuskünstler mit deutschen Wurzeln stirbt bei tragischem Surfunfall
Mantega, mit bürgerlichem Namen Martin Isernhagen, ist mit nur 39 Jahren ums Leben gekommen. Seine Familie hat eine Spendenaktion gestartet, um seine Frau und seine kleine Tochter in dieser schweren Zeit zu unterstützen

Mantega beim MZ-Fotoshooting vor seinem Auftritt beim Zirkusfestival Circaire im Jahr 2021. / Nele Bendgens
Er war einer der ersten Künstler, die Zuschauern auf Mallorca nach dem Lockdown in der Corona-Pandemie wieder etwas Freude, Begeisterung und Leichtigkeit vermittelten: Der in Brasilien geborene Martin Isernhagen (seine Familie mütterlicherseits hat deutsche Wurzeln), der als "Mantega" auftrat, gastierte 2021 im Rahmen des Festivals Circaire mit seiner Show "Wonder Drink" in Alcúdia. Am vergangenen Montag (23.2.) ist der leidenschaftliche Surfer und Vater einer kleinen Tochter im Alter von 39 Jahren bei einem Unfall an der Algarveküste gestorben.
Laut Medienberichten, die sich auf Angaben der Marine stützen, ereignete sich das Unglück am Strand Praia do Canal im Kreis Aljezur im Südwesten Portugals. Isernhagen war mit einem Freund surfen, als er im Wasser in Schwierigkeiten geriet und von seinem Begleiter herausgezogen wurde. Trotz Wiederbelebungsversuchen durch seinen Freund und einen weiteren Surfer wurde er noch am Unfallort für tot erklärt.
"Die Welt ist groß, aber im Geist ähneln wir Menschen uns alle sehr"
Der freiheitsliebende Mantega - sein Künstlername ging darauf zurück, dass man ihn als Sechsjährigen "Butter-Haar" rief - stand schon in seiner Kindheit auf dem Brett. Er reiste viel, um die Wellen zu jagen, und war auch als Artist überall zu Hause. "Die Welt ist groß, aber im Geist ähneln wir Menschen uns alle sehr", sagte der Künstler 2021 im Interview mit der MZ, wo er auch Auszüge aus seinem temporeichen Programm mit einem wirbelnden Holzreifen und einem Glas mit geheimnisvoller Flüssigkeit demonstrierte. Seine Leidenschaft für den Zirkus entdeckte er mit 15 Jahren, als er zusammen mit einem Schulfreund begann, an roten Ampeln mit Holzstäben zu jonglieren.
2007 weilte Mantega für eine Zeit lang auf Mallorca, trat in Hotels und auf der Straße auf. Auch lebte der virtuose Artist einige Jahre in Deutschland, wo er viele Festivals in kleineren Städten bespielte und mit einigen Preise ausgezeichnet wurde, sowie in Kap Verde in Afrika - ein idealer Standort, von wo aus er sein internationales Netzwerk zu anderen Zirkuskünstlern pflegte. Immer mit dabei: seine Familie.
Spendenaktion für Frau und Tochter
Seine deutsche Frau Sophia sagt über Mantega: "Er war wie jeder Surfer ein wilder Mensch, ein Abenteurer, ein Künstler, der die Natur liebte. Er gab den Menschen überall, wo er hinkam, ein gutes Gefühl, weil er so freundlich, charmant und lustig war. Ich war immer so dankbar, dass meine Tochter einen Vater hat, der die Art von Mann ist, die vor Glück weint. Einige seiner Lebensmottos, die wir jetzt alle verinnerlichen können, sind: 'Vida boa"' und 'Sem medo'."
Für Sophia und seine anderthalbjährige Tochter Violetta ist Mantegas Tod ein schwerer Verlust. Um ihnen in dieser Zeit zumindest finanziell unter die Arme zu greifen, wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Wenn Sie sich daran beteiligen möchten, können Sie auf der Plattform Gofundme oder direkt über Paypal Mantegas Familie unterstützen.
- Warnstufe Gelb: Nach überraschend sonnigem Sonntag kommt zum Wochenstart der Regen wieder
- Hochzeitsglocken bei zwei deutschen Unternehmerdynastien: Mallorca-Hotelier heiratet BMW-Erbin
- Der Südwesten Mallorcas wird mit Luxusanwesen zugekleistert - in einem Ort brach deshalb die Straße weg
- Wetter auf Mallorca: Und der Regen prasselt immer weiter
- Ich gönn' mir das jetzt': So eine Wuchermiete zahlt Influencerin Anne Wünsche für ihr neues Mallorca-Zuhause
- Kultrestaurant in Porto Cristo zieht Reißleine: 60 Prozent der Tische werden für Mallorquiner reserviert
- "Wir werden uns heute an der Kuh vergnügen": Gruppenvergewaltiger auf Mallorca zu langjährigen Haftstrafen verurteilt
- Legalisierung zum Schnäppchenpreis: Eigentümer von Schwarzbauten fluten die Rathäuser auf Mallorca mit Anträgen
