„Eingesperrt wie Hunde“: Zwei Brände auf Mallorca-Fähren innerhalb von zwölf Stunden fordern 15 Verletzte
Auf der Mallorca-Route der Reederei GNV kam es gleich zu zwei Feuern auf Fahrzeugdecks. Mehrere Menschen erlitten Rauchgasvergiftungen. Das mangelhafte Krisenmanagment der Besatzung sorgte für Frust unter den Reisenden

Redaktion DM
Gleich zwei Mal hat es seit Donnerstagnachmittag (5.3.) auf Fähren zwischen Barcelona und Mallorca gebrannt. In beiden Fällen war die Aufregung groß, es gab eine Menge Frust unter den Passagieren. Im Juli 2024 kam es ebenfalls zu einem Brand auf einer Mallorca-Fähre.
Feuer am frühen Freitagmorgen (6.3.)
Das jüngste Feuer brach am frühen Freitagmorgen (6.3.) im Fahrzeugdeck des Schiffes „Golden Bridge“ der Reederei GNV aus, das mit 126 Passagieren und 42 Besatzungsmitgliedern vom Festland auf die Insel unterwegs war. Offenbar geriet auf hoher See einer der an Deck geparkten Lastwagen in Brand, die Waren nach Mallorca bringen.
Wie es seitens der Feuerwehr von Palma hieß, schafften es die Mitglieder der Besatzung selbst, den Brand zu löschen, bevor er sich weiter auf dem Schiff ausbreiten konnte. Die Fähre setzte ihre Überfahrt fort und erreichte gegen 9.30 Uhr den Hafen von Palma. Am Kai warteten Einheiten der Feuerwehr, die das Innere des Schiffes untersuchten, um sicherzustellen, dass das Feuer vollständig unter Kontrolle war. 15 Menschen mussten wegen Rauchgasvergiftungen behandelt werden, drei von ihnen hatten beim Löschen des Feuers geholfen.
Angst unter den Passagieren
Bereits am Vortag hatte ein Brand auf der Fähre "Venezia" für Angst und Kritik unter den Passagieren gesorgt. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, hatte sich auch in diesem Fall ein Brand im Fahrzeugdeck entwickelt, während die Fähre auf dem Meer unterwegs war.
Wie der Lkw-Fahrer Antonio Hernández berichtet, der selbst mit seinem Lastwagen an Bord war, sei die Fähre mit knapp einer Stunde Verspätung gegen 12 Uhr mittags in Barcelona in See gestochen. Gegen 17 Uhr sei dann über die Lautsprecheranlage des Schiffs eine Notfallmeldung ertönt und die Besatzung habe daraufhin begonnen, die Kabinen zu räumen und die Passagiere in einem einzigen Bereich des Schiffs zusammenzuführen. „Sie holten uns alle aus den Kabinen und aktivierten das Brandschutzprotokoll. Etwa 200 Personen wurden in den Barbereich gebracht. Dort hielt man uns zusammen, ohne uns zu erklären, was los war“, so der aufgebrachte Transporteur. „Wir wussten, dass etwas brannte, weil man es riechen konnte."
"Eingesperrt wie Hunde"
Zwischenzeitlich habe der Rauch begonnen, ins Innere des Passagierbereichs einzudringen, so Hernández weiter. "Wir waren sehr verängstigt und eingesperrt wie Hunde." Erst nach verbalen Auseinandersetzungen mit der Besatzung hätte diese den Passagieren erlaubt, frische Luft durch die Öffnung eines weiteren Bereichs einzulassen. Während des Notfalls blieb das Schiff mitten auf der Überfahrt stehen. „Wir standen fast eineinhalb Stunden auf hoher See, mit abgestellten Motoren und ohne uns zu bewegen“, berichetet Hernández.
Sobald der Brand unter Kontrolle war, nahm das Schiff die Fahrt wieder auf und erreichte gegen 21 Uhr den Hafen. Dennoch durften die Passagiere auch dann nicht sofort von Bord und mussten in demselben Gemeinschaftsbereich bleiben, in dem sie zuvor eingeschlossen gewesen waren. Erst gegen 23 Uhr, als Feuerwehr und Guardia Civil erste Untersuchungen durchgeführt hatten, habe man den Reisenden gestattet, an Land zu gehen. /somo
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