Gruppenvergewaltigung in Magaluf: Ab Montag stehen sieben Franzosen und ein Schweizer auf Mallorca vor Gericht
Die acht Männer sollen eine junge Urlauberin im August 2023 in einem Hotelzimmer missbraucht und die Tat gefilmt haben

Zwei der mutmaßlichen Täter nach der Festnahme. / DM
Im Fall einer Gruppenvergewaltigung in Magaluf, bei der acht Männer im August 2023 über eine Urlauberin herfielen, findet in der kommenden Woche der Prozess statt. Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu 20 Jahre Haft für die sieben Franzosen und einen Schweizer. Die mutmaßlichen Täter sollen die Frau nicht nur sexuell missbraucht, sondern die Tat auch gefilmt und die Videos über soziale Netzwerke verbreitet haben. Insgesamt sind vier Verhandlungstage angesetzt.
Einer der jungen Männer, der als Haupttäter identifiziert wurde, soll nach Willen der Ankläger für 20 Jahre ins Gefängnis. Für fünf weitere fordert die Staatsanwaltschaft jeweils 19 Jahre Haft. Zwei der mutmaßlich Beteiligten sollen für jeweils 18 Jahre ins Gefängnis. Wann der Prozess stattfindet, ist noch nicht bekannt.
Das soll sich ereignet haben
Die Tat ereignete sich laut Anklageschrift in den Morgenstunden des 14. August 2023. Die Angeklagten gingen mit der jungen Frau in ein Hotelzimmer, in denen zwei von ihnen einquartiert waren. Die Frau war kaum bei Bewusstsein, da sie vorher große Mengen an Alkohol konsumiert hatte. Die acht Beschuldigten sollen diesen Umstand ausgenutzt haben, um sie zu vergewaltigen. Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass die Frau nicht in der Lage war, dem Geschehen zuzustimmen.
Neben dem sexuellen Missbrauch sollen die acht mutmaßlichen Täter sie auch geschlagen und anderen erniedrigenden Praktiken unterzogen haben. Zudem hätten alle die Mittäter bei den Vergewaltigungen angefeuert. Alle acht Beteiligten sollen im Verlauf der Tat Videos mit ihren Handys aufgenommen haben. So seien mindestens 19 Aufnahmen entstanden.
Zwei der Beschuldigten verschickten die Videos zudem über die Social-Media-App Snapchat an verschiedene Personen. Da die Frau kaum bei Bewusstsein war, konnte sie laut der Anklage auch den Aufnahmen nicht zustimmen. Das Opfer erlitt leichte Verletzungen an den Armen und an der Brust, die keine medizinische Betreuung notwendig machten.
Seit der Festnahme in Untersuchungshaft
Sechs der Männer wurden wenige Stunden nach der Tat festgenommen und sitzen seither in Untersuchungshaft. Die beiden anderen mutmaßlichen Täter wurden wenige Tage später in Frankreich verhaftet, nachdem die Guardia Civil einen Europäischer Haftbefehl beantragt hatte. Ihnen war die Flucht im Flieger nach Baden-Baden gelungen, von wo sie aus in die Heimat ins Elsass reisten. Eine der Festnahmen erfolgte in Scherwiller, die andere am Flughafen Basel Mulhouse Freiburg. Der Mann habe von dort aus in die Türkei fliegen wollen, so die Ermittler damals.
Im Mai 2025 entschied das zuständige Gericht in Palma, dass die acht Männer in Untersuchungshaft bleiben. Denn angesichts der drohenden Strafen von jeweils 18 bis 20 Jahren Gefängnis besteht eine erhöhte Fluchtgefahr. Damit folgte das Gericht den Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage. In Spanien kann die U-Haft bis zu zwei Jahren dauern. Unter besonderen Umständen kann diese aber bis auf vier Jahre verlängert werden.
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