Nach tödlichem Einsturz in Manacor: Hauseigentümer der fahrlässigen Tötung beschuldigt
Das Unglück hatte sich in der Nacht auf den 15. Januar ereignet. Ein 18-Jähriger kam ums Leben

Am Unglücksort. / Feuerwehr Mallorca
Im Fall des tödlichen Hauseinsturzes in Manacor Mitte Januar hat die Nationalpolizei zwei Verdächtige vernommen. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, handelt es sich um die Eigentümer des Gebäudes. Sie werden der fahrlässigen Tötung beschuldigt. Demnach seien sie für die Durchführung nicht genehmigter Bauarbeiten verantwortlich gewesen, die vor rund einem Jahr durchgeführt wurden. Die Nationalpolizei hat die Ergebnisse der Ermittlungen an das zuständige Gericht weitergeleitet.
Zwölfjähriger überlebte wie durch ein Wunder
Bei dem Einsturz in der Nacht auf den 15. Januar war ein 18-Jähriger ums Leben gekommen. Der junge Mann wurde unter den Trümmern des eingestürzten Dachs begraben. Sein zwölfjähriger jüngerer Bruder überlebte wie durch ein Wunder, weil er unter dem Etagenbett und einer Matratze geschützt war. Er musste von den Rettungskräften aus den Trümmern gerettet werden.
Das Gebäude stammt schätzungsweise aus dem Jahr 1900. Die Ermittlungen nach dem Unglück ergaben zunächst, dass der Marés-Stein, aus dem die tragenden Mauern des Gebäudes bestanden, durch Feuchtigkeit beschädigt worden waren. Hinzu kam laut den Inspektoren eine Überlastung des Daches und des ersten Stocks. Dort befanden sich verschiedene Möbelstücke, und die Etage wurde als Lager genutzt.
Nie Gebäudeinspektion durchlaufen
Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtete, hatte das Haus nie die Technische Gebäudeinspektion (ITE) durchlaufen, die seit dem Jahr 2015 verpflichtend ist. Aus kommunalen Quellen hieß es, als die Vorschriften zu Gebäudeüberprüfungen in Manacor in Kraft traten, hätte dieses Gebäude zu den ersten gehören müssen, die inspiziert werden, da es mehr als 50 Jahre alt war. „Aus dem historischen Archiv der Abteilung für Stadtplanung wurde mitgeteilt, dass weder ein Antrag auf eine Baugenehmigung noch irgendeine Dokumentation zum Erhaltungszustand dieses Gebäudes gefunden wurden“, erklärte das Rathaus von Manacor und verwies darauf, dass die Eigentümer für die Durchführung dieses Verfahrens verantwortlich seien.
Offenbar war das Gebäude seit seiner Errichtung mehrfach illegal umgebaut worden. Keine dieser Maßnahmen verfügte über eine Genehmigung oder über die Aufsicht eines Fachmanns, der bestätigt hätte, dass die Arbeiten durchführbar sind und sie kein Einsturzrisiko bergen, so die ersten Ermittlungen.
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