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Nach Sensationsfund an der Playa de Palma: Jetzt wird das 1.600 Jahre alte römische Schiffswrack geborgen

Die Galeere ist bereits 2019 gefunden worden. Jetzt soll das Wrack endlich den Meeresgrund verlassen

An den Bergungsarbeiten des Wracks sind neben Tauchern auch Archäologen, Historiker und Sicherheitskräfte beteiligt.

An den Bergungsarbeiten des Wracks sind neben Tauchern auch Archäologen, Historiker und Sicherheitskräfte beteiligt. / UIB

Seit 1.600 Jahren ruht eine römische Galeere am Meeresgrund an der Playa de Palma. Ab Dienstag (10.3.) wird es ernst: Dann sollen die Überreste des Frachtschiffs vor Can Pastilla endlich geborgen werden. In der Gegend von Ses Fontanelles werden die Bergungsarbeiten nicht unbemerkt bleiben. Je nach Wetterlage wird mit vier Monaten Arbeit vor Ort gerechnet, sodass sich diese noch bis in die touristische Hochsaison ziehen. Dutzende Menschen sind an dem Projekt beteiligt, darunter Taucher, Archäologen, Historiker und Sicherheitskräfte.

Infos auch für Neugierige

Die Bergung selbst ist heikel und zieht auch wegen der Einzigartigkeit des Fundes ein großes internationales Publikum an. Damit Anwohner und Neugierige den Arbeiten folgen können, soll vor Ort ein Hinweisschild mit einem QR-Code angebracht werden. Wer den Code mit dem Smartphone scannt, gelangt zu einer Seite, auf der Nachrichten und Informationen zum Projekt zu finden sind.

Riskante Bergung vorher erprobt

Nach langwierigen Vorbereitungsarbeiten, die bereits im April 2025 starteten, ist inzwischen klar, wie das Schiff gehoben werden soll: Experten wollen die Galeere in mehreren Einzelteilen an Land holen. Ursprünglich wurde auch die Bergung des Schiffes in einem Stück ins Auge gefasst. Da der Kiel, der das gesamte Schiff zusammenhält, aber fehlt, wäre diese Methode zu riskant gewesen. Die Bergung wurde zuvor mit einer Replik des Wracks an Ort und Stelle erprobt.

Ausstellung ist geplant

Sobald alle Überreste aus dem Meerwasser gehoben sind, sollen sie zur Festung San Carlos nahe Portopí am Hafen von Palma gebracht werden. Dort ist ein spezieller Entsalzungspool gebaut worden, in dem das Holz des Schiffes mehrere Monate lang gelagert werden soll. Danach ist vorgesehen, das Schiff zusammen mit seiner Ladung auszustellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wo genau, das ist bisher nicht klar.

Wrack galt als Sensationsfund

Das zwölf Meter lange und fünf Meter breite Wrack stammt ursprünglich aus dem 4. Jahrhundert vor Christus und wurde 2019 zufällig vor Ses Fontanelles am westlichen Ende der Playa de Palma entdeckt. Der Fund des römischen Schiffs galt damals als Sensation, denn das Wrack und dessen Ladung befanden sich in einem erstaunlich guten Zustand – bei Fundstücken aus dieser Zeit eine große Seltenheit. An Bord befinden sich rund 320 Amphoren – die meisten noch unbeschädigt oder sogar komplett verschlossen.

In Amphoren wie dieser wurde Wein über das Mittelmeer geschifft.

In Amphoren wie dieser wurde Wein über das Mittelmeer geschifft. / Guillem Pérez

Drei Dutzend Experten mit Auswertung beschäftigt

Einige von ihnen enthielten Olivenöl, andere Wein oder fermentierte Fischsauce. Zu den Entdeckungen gehören auch beispielsweise Symbole eines Christusmonogramms sowie der römischen Jagdgöttin Diana. Insgesamt drei Dutzend Experten sind mit der Auswertung beschäftigt, ein auf drei Jahre angelegtes, von Inselrat und Landesregierung finanziertes Projekt, das Arqueomallornauta getauft wurde.

Jahrhundertelang unter Sand begraben

Dass sich das Wrack und dessen Lieferung so gut gehalten haben, liegt wohl daran, dass es über Jahrhunderte hinweg von Sand bedeckt und auf diese Weise bestens geschützt war. Das Boot hatte ursprünglich in Carthago Spartaria abgelegt, also in der heutigen Gegend von Cartagena an der Küste von Murcia. Das Ziel dürfte Rom gewesen sein, deren Einwohner damals die wichtigsten Konsumenten von Importprodukten waren. Mallorca war zu der Zeit jedoch nicht nur eine strategische Station im Netz der Handelsrouten, sondern auch selbst Zielort von zahlreichen Lieferungen.

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