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Mallorca im Ausnahmezustand: Die Vorbereitungen für die totale Sonnenfinsternis im August 2026 laufen auf Hochtouren

Die Insel-Behörden wollen für die totale Sonnenfinsternis bewusst nicht die Werbetrommel rühren

Sicherer Blick gen Himmel mit auf Mallorca entworfenen Brillen von Astromo.  | FOTO: XISCO ALARIO

Sicherer Blick gen Himmel mit auf Mallorca entworfenen Brillen von Astromo. | FOTO: XISCO ALARIO

12. August 2026, zwischen 20.31 und 20.33 Uhr, von einem der Orte auf dieser Karte aus: Schon seit Monaten ist Mallorca, allen voran die Serra de Tramuntana, als Hotspot zum Beobachten der totalen Sonnenfinsternis in aller Munde. Von der Insel aus wird man das Himmelsereignis, bei dem die Sonne für eine Minute und 36 Sekunden komplett hinter dem Mond verschwindet, besonders gut beobachten können. Blöderweise fällt das Datum nicht nur mit den Perseiden-Nächten zusammen, in denen sich Ausflügler das hohe Sternschnuppen-Aufkommen ansehen. Auch die Hochsaison ist dann auf der Insel in vollem Gange. Heißt: Mallorca platzt ohnehin schon aus allen Nähten, und Verkehrschaos und Überfüllung sind an der Tagesordnung. Im vergangenen Jahr waren rund um den Stichtag über zwei Millionen Menschen auf den Inseln. Das sind rund 600.000 mehr als in der Nebensaison. In diesem Jahr dürften es wegen der eclipse total noch einige Urlauber mehr sein.

Große Sorge verschiedener Kollektive

Hoteliers, Umweltschützer, Hobby-Astronomen und Behörden fürchten daher etwa, dass die streng geschützten Naturräume des UNESCO-Welterbes an der Westküste regelrecht zertrampelt werden und auf den wenigen, zumeist sehr engen Straßen dort ein gigantisches Verkehrschaos eintritt, was wiederum zur Sicherheitsfrage werden könnte. Auch deswegen haben Behördenvertreter und Experten einer extra für das Ereignis einberufenen Kommission Mitte Februar beschlossen: Mallorca wird nicht für die totale Sonnenfinsternis auf der Insel werben. Stattdessen wollen die Verantwortlichen lieber die Menschen für das Großereignis sensibilisieren, die ohnehin auf der Insel sind – dank einer Website zu dem Ereignis und viersprachigen Infokampagnen zu Prävention und Selbstschutz. Um die befürchteten Menschenmassen besser zu steuern, hat die Kommission zudem einen regionalen Notfall- und Koordinierungsplan, mit einem speziellen Protokoll namens Eclipbal (von eclipse und Balearen) auf den Weg gebracht.

Auch von Island aus gut zu sehen

Daneben gab es schon die ersten Informationsveranstaltungen: Mallorcas offizielle Guides etwa haben sich kürzlich bei einer Veranstaltung der FIAAM (Fundación del Instituto de Astronomía y Astronáutica de Mallorca) darüber aufklären lassen, was der besondere Tag für ihre Arbeit bedeutet. Im Museu del Fang in Marratxí hielt der Astronom Pep Marcús am 20. Februar unter dem Titel „Eclipsi 2026. Manual de supervivencia“ einen weiteren Vortrag, in dem es unter anderem darum ging, wie wichtig zur Beobachtung zertifizierte Brillen seien – die erste mallorquinischen Designerbrillen sind bereits auf dem Markt. „Es ist die erste totale Sonnenfinsternis auf der Insel seit 1905“, sagt Pep Marcús. „Für 90 Sekunden wird Mallorca das astronomische Zentrum der Welt sein.“ So gut wie auf der Insel sei das Ereignis sonst nur auf Island zu sehen. Aber bitte nicht weitersagen!

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