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Wo sollen die Bewohner denn hin? Große Protestaktion gegen die Räumung vom alten Gefängnis in Palma

Über 30 Kollektive und Organisationen wollen am Freitag (13.3.) gegen die Räumung der ehemaligen Haftanstalt protestieren

Hunderte Beamte kontrollierten den Ein- und Auslass in die ehemalige Haftanstalt und übergaben den Bewohnern Räumungsbefehle.

Hunderte Beamte kontrollierten den Ein- und Auslass in die ehemalige Haftanstalt und übergaben den Bewohnern Räumungsbefehle. / B.RAMON

Sarah López

Sarah López

Gegen die von der Stadt Palma geplante Räumung der alten Haftanstalt regt sich erneut Widerstand. Mehr als 30 Kollektive, Organisationen und Kulturvereine auf Mallorca haben sich zusammengeschlossen, um gegen das Vorgehen des Rathauses zu protestieren. Die Kundgebung soll am Freitag (13.3.) um 19 Uhr vor dem ehemaligen Gefängnis im Park von Cas Capiscol stattfinden.

Am Mittwoch (25.2.) und Donnerstag kontrollierten Hunderte Beamte der Ortspolizei und der Sozialdienste den Ein- und Ausgang, um die Identität der Bewohner festzustellen und ihnen Räumungsbescheide zu übergeben. Bei dem Zensus wurden 206 Bewohner gezählt, aber die Organisationen gehen in ihrem Aufruf vom Montag (9.3.) davon aus, dass es vermutlich noch mehr sind. Eine realistische Lösung, wo die Menschen nach der Räumung unterkommen sollen, konnte die Stadt bisher nicht liefern.

Ohne Alternativen

Die Demo-Organisatoren werfen der Stadt vor, die Menschen ohne echte Wohnalternative aus dem ehemaligen Gefängnis verdrängen zu wollen. In ihrer gemeinsamen Erklärung sprechen sie von einer Verletzung grundlegender Rechte, insbesondere von Menschen in unsicheren Arbeitsverhältnissen, Migranten ohne Aufenthaltsstatus und Asylbewerbern.

Denn vor allem viele Menschen mit Migrationshintergrund finden in der ehemaligen Haftanstalt Unterschlupf: 70 Prozent der Bewohner stammen aus Nordafrika, 15 Prozent aus Spanien und 10 Prozent aus Kolumbien. Die übrigen Bewohner stammen laut den jüngsten Zahlen, die am 27. Februar veröffentlicht wurden, aus anderen lateinamerikanischen Ländern.

Sachspenden für Betroffene

Zu den zentralen Forderungen der Organisatoren des Protestes gehören bezahlbarer Wohnraum und eine Stadtentwicklung, die sich an den Bewohnern statt am Tourismus orientiert. „Wir wollen eine Stadt für die Menschen, die hier leben, nicht für die, die sie besuchen“, heißt es in dem Aufruf.

Zugleich wollen sie im Laufe der Woche ein Unterstützungsnetz für die Betroffenen aufbauen. Geplant sind mehrere Sammelstellen für Sachspenden und Geld sowie eine Solidaritätskasse. Einen Überblick finde Sie hier:

Ateneu La Fonera, Palma

Dienstag, 10. März, von 19 bis 22 Uhr

Mittwoch, 11. März, bis Samstag, 14. März, jeweils von 17 bis 22 Uhr

L’Elèctrica Ateneu Popular, Palma

Mittwoch, 11. März, von 18 bis 21 Uhr

Es 4 Cantons, Felanitx

Mittwoch, 11. März, von 18 bis 19.30 Uhr

Sa Tafona, Bunyola

Mittwoch, 11. März, und Freitag, 13. März, jeweils von 18 bis 19.30 Uhr

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