Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Müllberge vor dem Kindergarten, Ratten und Fliegen: Anwohner von Llucmajor haben die Nase voll

Die Bürger von Llucmajor planen am 25. März einen Protest vor dem Rathaus, um die seit Jahren bestehenden Probleme mit der Müllentsorgung anzusprechen. Zu den Betroffenen gehören auch die "Goodbye Deutschland"-Auswanderer Caro und Andreas Robens

Der Müll wurde in der Urbanisation Las Palmeras für eine Woche nicht geleert.

Der Müll wurde in der Urbanisation Las Palmeras für eine Woche nicht geleert. / Caro Robens

Sarah López

Sarah López

Ein Leben zwischen Müllbergen wünscht sich wohl niemand auf Mallorca. Dennoch gehören Mülltüten und überquellende Container in der Gemeinde Llucmajor inzwischen zum Straßenbild: Sowohl in den Urbanisationen als auch im Ort Llucmajor kommt es immer wieder zu Problemen, weil der Müll tagelang oder sogar wochenlang auf der Straße liegt.

In einigen Wochen soll sich die Lage noch weiter zuspitzen, da ein unbefristeter Streik des Reinigungsunternehmens wegen arbeitsrechtlicher Verstöße bevorsteht. Einigen Anwohnern ist schon jetzt der Kragen geplatzt, und sie wollen formell beim Rathaus die Rückerstattung der entsprechenden Gebühr verlangen. Ende März wollen sich die Nachbarn der Gemeinde vor dem Rathaus versammeln, um gegen die Situation zu protestieren.

Große Ratten an erster Strandlinie

Der Unmut unter den Bewohnern der Gemeinde wird schon bei einem kurzen Blick in die Facebook-Gruppen deutlich. „Wann wird der Müll in Cala Pi abgeholt? Die Fliegen breiten sich aus, und die Mülltüten stapeln sich vor den Containern“, beklagt eine Frau. Ein Anwohner in s’Arenal geht noch einen Schritt weiter und schreibt: „Bei mir gibt es sogar schon große Ratten, die mir wirklich Angst machen. Ich lebe in erster Strandlinie, und mein Haus ist immer sauber. Aber gegen diese Schweinerei kann man nichts tun.“

Seit Monaten müssen wir in Llucmajor so leben. Die Situation ist unerträglich“, schreibt ein weiterer Anwohner in einer der Llucmajor-Facebook-Gruppen. Immer wieder komme es zu längeren Zeiträumen, in denen der Müll nicht abgeholt werde. Zu Problemen führe auch, dass in den Urbanisationen an der Grenze zu Campos einige Nachbarn zusätzlich ihren Müll dort abladen würden, seit in der Gemeinde im Südosten Mallorcas der Müll von Haustür zu Haustür abgeholt werde. Diese Methode erwies sich im vergangenen Sommer auch in der Gemeinde Santanyí als problematisch.

Bei den Robens sammelt sich ebenfalls der Müll

Auch bei dem aus „Goodbye Deutschland“ bekannten Auswandererpaar Andreas und Caro Robens stapeln sich die Müllberge quasi vor der Haustür. „Seit zwei Wochen leeren sie bei uns in Las Palmeras nur noch maximal einmal pro Woche“, erzählte Caro Robens der MZ am Donnerstag (5.3.).

Am Montag teilte ein Anwohner ein Bild aus Badia Gran, auf dem sich der Müll auf den Bürgersteig ausbreitet. Das Foto soll laut einer Kommentatorin vor einem Kindergarten entstanden sein. Eine Mutter kommentierte, dass dies genau der Schulweg ihrer Kinder sei und sie nicht einmal auf dem Bürgersteig laufen könnten. Aktuelle Bilder vom Dienstag (10.3.) zeigen weiterhin überquellende Container in der Siedlung Cala Pi.

Protest und langjähriges Problem

Auf der Facebook-Seite der Nachbarschaftsvereinigung von s’Arenal teilte eines der Mitglieder eine Übersicht mit rund 40 Beiträgen, die die Protestaktionen und Beschwerden der Anwohner im Laufe der Jahre zusammenfassen – der älteste Eintrag stammt aus dem Jahr 2012. Damals trafen sich die Nachbarn mit dem damaligen stellvertretenden Bürgermeister Miquel Ribot, um eine Lösung für die Müllentsorgung zu finden.

14 Jahre später wollen Llucmajors Bürger nun ihre Klagen den Politikern vorbringen: Am 25. März wird um 19 Uhr vor dem Rathaus in Llucmajor ein Protest stattfinden.

Contenido embebido de VG Wort.
Tracking Pixel Contents