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Rekord gebrochen: Nie hat es so viel am Flughafen Mallorca geregnet wie diesen Winter

Der spanische Wetterdienst Aemet zog ein Fazit über die bald endende Jahreszeit

Neblig, grau, regnerisch: Am Flughafen Mallorca wurden einige Wetterrekorde gebrochen.

Neblig, grau, regnerisch: Am Flughafen Mallorca wurden einige Wetterrekorde gebrochen. / Controladores Aereos/ X

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Man kann nicht immer recht haben. Bei der Langzeitprognose für das Wetter im Winter auf Mallorca 2025/2026 rühmte sich Aemet-Balearen-Chefin María José Guerrero noch damit, dass die Vorhersagen in der Vergangenheit zutrafen. Das war nun nicht der Fall. "Gewöhnliche Regenmenge – starke Niederschläge erwarten wir nicht", lautete ihre Prognose für den Winter. Beim Fazit am Mittwoch (11.3.) präsentierte die Meteorologin nun aber mehrere Regenrekorde.

Der in neun Tagen endende Winter auf Mallorca war – das hatte Aemet auch vorhergesagt – etwas wärmer als im Vergleichszeitraum von 1991 bis 2020. (Es wird immer nur in Zehnerblöcken gerechnet.) Die Durchschnittstemperatur auf den Balearen betrug 12,2 Grad, das sind 1,6 Grad mehr als in den Jahren zuvor. Besonders der Februar war mit einer Abweichung von 2,9 Grad extrem warm. Auf Mallorca betrug die Durchschnittstemperatur im Winter 12,3 Grad, 1,4 Grad mehr als im Vergleichszeitraum.

Regenrekord am Flughafen

In Pollença lag die Höchsttemperatur im Februar bei 25,3 Grad. Eine Kältewelle gab es diesen Winter nicht. Lediglich an sieben Tagen schneite es, was ein Tag weniger als im Vergleichszeitraum war. Auf Menorca und Ibiza fiel gar kein Schnee.

Besonders auffällig diesen Winter war die Anzahl an Regentagen. An 48 Tagen regnete es am Flughafen Mallorca. Das passierte in 74 Jahren zuvor noch nie. Auch in Andratx war es der regnerischste Winter seit 80 Jahren mit 179 Litern pro Quadratmeter. Insgesamt regnete es auf Mallorca 217 Liter pro Quadratmeter, der Durchschnitt im Vergleichszeitraum liegt bei 180 Litern.

Extrem windiger Winter

Neben dem Regen waren die Stürme die größte Besonderheit des Winters. Am Flughafen Palma gab es 30 Tage mit starkem Wind, davon ist bei Aemet ab Windgeschwindigkeiten von 50 km/h die Rede. Wie die MZ bereits berichtet hatte, gab es einen Rekord an Sturmtiefs mit verschiedenen Namen. Allein im Januar und Februar waren es elf: Francis, Goretti, Harry, Ingrid, Joseph, Kristin, Leonardo, Marta, Nils, Oriana und Pedro. "Normalerweise haben wir auf Mallorca im Winter alle sieben Tage ein Sturmtief. Diesmal erreichte eines alle zwei bis drei Tage die Insel", sagte Guerrero.

Zuletzt war der Winter noch überraschend neblig. Auf Mallorca gebe es hauptsächlich Strahlungs- und Advektionsnebel, klärte die Aemet-Chefin auf MZ-Nachfrage auf. Ersterer entsteht in kalten Nächten, wenn die Luftfeuchtigkeit kondensiert. "Der Ursprung ist also an Land", sagte Guerrero. "Dieser Nebel verschwindet in der Regel mit der aufgehenden Sonne."

Der Advektionsnebel sei eher im Frühling üblich, kam nun aber auch schon im Winter. Die dicken Nebelschwaden, die tagelang Mallorca umhüllten, entstehen über dem Meer. "Warme Luftmassen aus dem Süden treffen auf das kalte Wasser", erklärt Guerrero den Ursprung.

Anfang März setzte sich der Wettertrend des Winters fort: Es war überraschend warm und an den ersten zehn Tagen regnete es 80 Prozent mehr als üblich. Die Wasserreserven dürfte es freuen.

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