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Kein Jahrmarkt für alle? Neue Kritik an der Fira del Ram

Vereinigung von Menschen mit Autismus spricht trotz den geplanten "lärmfreien Tagen" von „Schaufenster-Inklusion“ ohne echten Inhalt

Auf einer vergangenen Ausgabe des Jahrmarkts Fira del Ram in Palma.

Raquel Galán und Manu Mielniezuk

Noch eine Polemik erschüttert Mallorcas größten Jahrmarkt: Am Donnerstag (12.3.) beklagte die Vereinigung Autismo Mallorca in einer Mitteilung einen aus ihrer Sicht fehlenden echten Willen zur Inklusion auf der Kirmes. Nach außen werde zwar mit Barrierefreiheit geworben, in der Praxis würden die grundlegendsten Bedürfnisse betroffener Familien jedoch ignoriert, obwohl das Volksfest als zugänglicher Ort für alle Bürger angekündigt worden war.

Auslöser der Beschwerde war eine Mitteilung an Familien und Schulen über Einladungen, die Schülerinnen und Schülern den Zugang zu angepassten Tagen erleichtern sollten. An den "lärmfreien Tagen" soll auf laute Musik verzichtet werden, damit Menschen mit besonderen sensorischen Bedürfnissen die Kirmes besser besuchen können. Nach dem offiziellen Kalender sind dafür in diesem Jahr der 3., 11., 19., 23. und 31. März sowie der 8. April vorgesehen.

Vereinigung fordert einen Vormittag für Menschen mit Autismus

Nach Angaben des Vereins wird in Wahrheit aber nur bedingt auf die sensorischen Besonderheiten von Menschen mit Autismus eingegangen. Dafür bedürfe es eines wirklich angepassten Vormittags auf dem Jahrmarkt. Alles andere sei "Schaufenster-Inklusion“ ohne echten Inhalt.

Diese Barrierefreiheit einzufordern, sei kein Druckmittel, wie offenbar von den Schaustellern unterstellt, sondern die Verteidigung grundlegender Rechte von Menschen mit Autismus und ihren Familien. Wirtschaftliche Interessen dürften nicht über der Würde der Betroffenen stehen. Auf einer Kirmes mit 39 Kinderattraktionen müsse auf Kinder mit sensorischen Besonderheiten besondere Rücksicht genommen werden. /ck

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