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Zehn Stürme, keine Boote: Wie die Unwetter auf Mallorca die Migrationsroute beeinflussen

Zwischen Januar und Februar 2026 sank die Zahl der Migrantenankünfte auf Mallorca, während im März die Ankünfte aufgrund stabileren Wetters wieder zunahmen

Bei so einem Sturm kann die Überfahrt nach Mallorca lebensgefährlich werden.

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Die Serie heftiger Stürme, die Mallorca in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 erschüttert hat, hat die Zahl der Ankünfte von Migranten mit kleinen Booten auf der Insel um 16 Prozent sinken lassen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kamen damit deutlich weniger Menschen über das Meer nach Mallorca.

Zwischen dem 17. Januar und dem 20. Februar zogen zehn Unwetter mit teils erheblichen Auswirkungen über die Balearen. Nachdem Sturmtief „Harry“ Mallorca Mitte Januar erreicht hatte, folgten in den darauffolgenden Tagen weitere Wetterlagen mit den Namen "Ingrid", "Joseph", "Kristin", "Leonardo", "Marta", "Nils", "Oriana" und "Pedro". Während dieser Zeit wurde in den Gewässern vor Mallorca und der Inselgruppe Cabrera kein einziges Boot aus Algerien abgefangen.

Ein Drittel weniger als im Vorjahr

Kaum hatte sich das Unwetter „Pedro“ verzogen, erreichten ab dem 23. Februar erneut Migranten die mallorquinische Küste. Innerhalb von nur fünf Tagen wurden 118 Menschen auf der Insel registriert, die meisten von ihnen stammten aus Ländern südlich der Sahara. Das entspricht rund einem Drittel der Zahl, die im Februar des Vorjahres gezählt wurde: Damals waren im selben Monat 351 Migranten per Boot auf Mallorca angekommen.

Anders sah es im Januar aus: 269 Menschen subsaharianischer Herkunft kamen in Booten an. Im Januar 2025 waren es noch 108 gewesen. Damit hat sich die Zahl der Ankünfte in diesem Monat mehr als verdoppelt.

Nach Einschätzung von Experten nutzten die Schleuser in diesem Jahr vor allem sogenannte Wetterfenster – also Phasen mit ruhiger See und günstigen Bedingungen –, um die Boote in spanische Gewässer zu bringen. So erreichten die ersten Boote des Jahres Mallorca, nachdem sich Tief „Francis“ direkt nach Neujahr aus dem Inselgebiet zurückgezogen hatte.

Zu Heilige Drei Könige –am 6. Januar – traf mit „Goretti“ bereits das nächste kräftige Unwetter auf die Balearen, begleitet von starkem Wind und hohem Wellengang. Nachdem sich auch dieses Tief aufgelöst hatte, kamen zwischen dem 14. und 16. Januar erneut Migranten auf der Insel an, unter anderem in Cala Llomabards.

Gesamtbilanz für Anfang 2026

Im Januar und Februar dieses Jahres kamen insgesamt 387 Menschen auf Mallorca per Boot an. Im Vorjahreszeitraum waren es 459 gewesen. Das bedeutet ein Minus von 72 Personen.

Das stabile Wetter zu Beginn dieses Monats März – abgesehen von einzelnen Tagen mit Sturm, wie dem jüngsten Sturmtief "Samuel" – hat die Ankünfte inzwischen aber wieder zunehmen lassen. In den vergangenen beiden Wochen wurden sechs Boote mit insgesamt 160 Migranten aus Nord- und aus Subsahara-Afrika abgefangen. Die meisten wurden in Gewässern nahe Cabrera entdeckt, einige erreichten aber auch die Küste Mallorcas.

Experten beobachten zudem, dass die Boote mit Migranten aus Subsahara-Afrika stärker überladen sind und die Insassen mehr für die Überfahrt bezahlen müssen. Häufig sind mehr als 24 Menschen an Bord, während Boote aus Algerien im Schnitt mit rund 15 Personen besetzt sind.

Nicht nur Erwachsene wagen die Überfahrt auf die Balearen, auch Kinder sind immer wieder unter den Bootsinsassen. Vor zwei Wochen rettete die Seenotrettung ein Boot mit 30 Insassen, darunter auch zwei Babys im Alter von etwa drei Monaten und etwas mehr als einem Jahr. Die beiden Geschwister mussten anschließend auf Ibiza medizinisch behandelt werden.

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