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Baby auf Mallorca in Müllcontainer geworfen: Schuldig gesprochene Mutter weiter auf der Flucht

Nach dem Schuldspruch im Fall um ein in Porto Cristo getötetes Neugeborenes ist Yolanda M.L. seit Sonntag (22.3.) untergetaucht. Gegen die Frau liegt ein Haftbefehl vor, Nationalpolizei und Guardia Civil suchen mit Hochdruck nach ihr

Die Angeklagten bei einem früheren Gerichtstermin.

Die Angeklagten bei einem früheren Gerichtstermin. / Europa Press / Isaac Buj

Marcos Ollés

Marcos Ollés

Yolanda M.L., die Frau, die für schuldig befunden wurde, ihre neugeborene Tochter Anfang November 2023 in Porto Cristo in einen Müllcontainer geworfen und dadurch getötet zu haben, ist weiterhin auf der Flucht. Die Nationalpolizei und die Guardia Civil arbeiten auf Hochtouren daran, die Frau, die seit Sonntag (22.3.) flüchtig ist, ausfindig zu machen und festzunehmen. Am selben Tag hatte ein Geschworenengericht auf Mallorca sie am Tod des Kindes schuldig gesprochen.

Plötzlich verschwunden

Die Angeklagte, der eine lebenslange Freiheitsstrafe droht, erschien nicht zur Verkündung des Urteils, bei dem auch ihr Schwager für schuldig befunden wurde. Der Mann wurde auf Anordnung der mit dem Fall betrauten Richterin inhaftiert. Gegen Yolanda M.L. liegt nun ein Haftbefehl vor, der bislang jedoch ohne Erfolg geblieben ist.

Aus Justizkreisen hieß es gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca", dass Yolanda M.L. am Sonntag um 15 Uhr darüber informiert wurde, dass das Schwurgericht bereits zu einem Urteil gekommen sei und dass sie sich zwei Stunden später beim Landgericht in Palma einfinden müsse, um die Entscheidung zu erfahren. Doch die Frau erschien nicht zu dem Termin und reagierte auch nicht auf die Anrufe ihres Anwalts.

Beamte der Kriminalpolizei suchten vergeblich ihre Wohnung auf und stellten auch fest, dass sie in kein Krankenhaus eingeliefert worden war. Ihre Abwesenheit zwang dazu, die Verkündung des Geschworenenurteils um mehr als zwei Stunden zu verschieben. Schließlich wurde es ohne sie verlesen.

Lebenslange Haftstrafe

Das Schwurgericht hielt es einstimmig für erwiesen, dass Yolanda M.L. am Nachmittag des 2. November 2023 in einem Auto Wehen bekam und ein Mädchen zur Welt brachte, das lebend geboren wurde. Die Frau habe mit ihrem Schwager Gustavo P.G. vereinbart, das Kind in einen Müllcontainer zu werfen, wobei beide „sich bewusst waren, dass das Neugeborene noch am Leben war und dass sie durch diese Handlung seinen Tod verursachen würden“, heißt es im Urteilsspruch. Aufgrund dieser Entscheidung der Geschworenen hielt die Staatsanwaltschaft an ihrer Forderung nach einer überprüfbaren lebenslangen Freiheitsstrafe für die beiden Angeklagten fest. /somo

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