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Gewalt, Kontrollwahn und kaum Essen: Guardia Civil nimmt Horror-Vater auf Mallorca fest

Der Beschuldigte soll seine Familie außerdem streng kontrolliert haben: Seine Frau habe er sogar per Videoanruf überwacht

Beamter der Guardia Civil (Symbolbild).

Beamter der Guardia Civil (Symbolbild). / Guardia Civil

Die Guardia Civil hat auf Mallorca einen 59-jährigen Mann festgenommen, der seine Ehefrau und die drei minderjährigen Kinder in Maria de la Salut misshandelt haben soll. Der Vater soll die zwei Mädchen (10 und 14) und den Jungen (9) wiederholt geschlagen haben. Nach Angaben der Ermittler litt der Junge außerdem an Mangelernährung. Zudem soll der mutmaßliche Täter seine Frau im Haus festgehalten haben und ihr nur erlaubt haben, das Haus zu verlassen, um die Kinder zur Schule zu bringen.

Der Fall kam durch Hinweise aus dem sozialen Umfeld der Familie ins Rollen. Eine Sozialarbeiterin hatte die Situation in dem Haushalt seit geraumer Zeit beobachtet. Bei einem Hausbesuch am 9. März stellte sie fest, dass sich in der Wohnung praktisch keine Lebensmittel befanden, berichtete die mallorquinische Tageszeitung "Última Hora". Die Töchter berichteten ihr, der Vater schlage sie und sperre sie in der Wohnung ein.

Mutter hatte vor Angst keine Anzeige erstattet

Die Guardia Civil nahm den Mann am 18. März fest. Ihm werden Körperverletzung und Misshandlung im familiären Umfeld zur Last gelegt. Nach seiner Vorführung vor Gericht ordnete die zuständige Richterin Untersuchungshaft an.

Wie aus Medienberichten hervorgeht, soll der Beschuldigte seine Familie streng kontrolliert haben. Seine 42-jährige Ehefrau habe der Kfz-Mechatroniker sogar per Videoanruf überwacht. Aus Angst vor möglichen Konsequenzen habe die Frau zunächst keine Anzeige erstatten wollen. Sie habe gegenüber der Sozialarbeiterin allerdings den Wunsch geäußert, mit ihren Kindern die Wohnung zu verlassen. Daraufhin brachte die Ortspolizei von Maria de la Salut die Mutter und die drei Kinder in ein Aufnahmezentrum in Manacor.

Der Mann hatte im Jahr 2024 den Familiennachzug beantragt, damit seine Frau und die Kinder, die zuvor in Algerien lebten, nach Mallorca kommen konnten. Schon kurz nach der Ankunft auf der Insel soll die älteste Tochter in ihrer Schule angedeutet haben, dass der Vater die Mutter schlecht behandle. Daraufhin begannen die Sozialdienste, die Familie zu betreuen und die Situation zu beobachten.

Nur Brot, Milch, Wasser und Thunfisch

Besonders schwer wiegen auch die Hinweise auf unzureichende Ernährung der Kinder. Laut Gerichtsbeschluss sollen Frau und Kinder zeitweise nur Milch, Brot, Wasser und Thunfisch zu sich genommen haben. Ein Arzt stellte später fest, dass der neunjährige Sohn mangelernährt war. Nach Aussagen der Kinder habe der Vater sowohl das Essen als auch das Geld streng kontrolliert und die Familie gezwungen, die Lebensmittel zu rationieren.

Hinzu kommen Vorwürfe systematischer Gewalt. Den Aussagen zufolge soll der Mann seine Frau und die Kinder nahezu täglich ohne erkennbaren Anlass geschlagen und beleidigt haben. Die Schläge hätten sich unter anderem gegen den Kopf und den Rücken der Kinder gerichtet. Bereits in der Osterwoche 2025 soll er der ältesten Tochter so heftig ins Gesicht geschlagen haben, dass ihre Lippe platzte.

Laut Medienberichten soll der Beschuldigte außerdem Ausweisdokumente der Familienmitglieder, vor allem die der Ehefrau und der ältesten Tochter, an sich genommen haben. Bei seiner Festnahme fanden die Beamten sämtliche Dokumente in seinem Besitz. Der Mann bestritt die Vorwürfe vor Gericht. Er erklärte, die Familie sei glücklich, niemand werde geschlagen oder beleidigt, und seine Angehörigen könnten das Haus jederzeit verlassen. Die Richterin sah dennoch ausreichende Anhaltspunkte für eine Inhaftierung und verwies in ihrem Beschluss ausdrücklich auf den Schutz der Frau und der drei Kinder.

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