Neuer Glanz für Besucherattraktion auf Mallorca: Diese verborgenen Schätze bringt die Renovierung des Almudaina-Königspalasts zum Vorschein
Nach fast einem Jahr Bauzeit soll der Königspalast Almudaina am 30. Juni wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, nachdem er für 2,2 Millionen Euro renoviert wurde

Manu Mielniezuk
Nach knapp einem Jahr Bauzeit geht die Umgestaltung des Königspalasts Almudaina in die letzte Phase. Am 30. Juni sollen die Umbauarbeiten dann fertig sein. Sobald auch die kunsthistorischen Gegenstände ihren Weg zurück in das Gebäude gefunden haben, soll der Palast auch wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Almudaina ist eines der bedeutendsten und meistbesuchten Gebäude der Insel mit durchschnittlich 250.000 Besuchern pro Jahr. Nach der Umgestaltung werden sogar noch mehr erwartet.
Die Renovierung kostet rund 2,2 Millionen Euro, die teilweise auch aus europäischen Fördermitteln finanziert werden. Zu den Erneuerungsarbeiten gehören auch der Austausch der gesamten Beleuchtung durch LED-Leuchten, um den Stromverbrauch um 30 Prozent zu senken.
Das wird sich ändern
Die schwarzen Marmorfliesen, die in einem mittelalterlichen Palast völlig deplatziert wirken, werden durch Kalkstein aus Santanyí ersetzt, „der dem damals verwendeten lokalen Material entspricht“; die goldenen Zierleisten an Wänden und Decken werden weiß gestrichen, damit die Räume einfarbig wirken, mit Ausnahme der Tür- und Fensterlaibungen im Thronsaal. Auch die Wandmalereien an der Decke und die sie umgebende Glühbirnenreihe bleiben erhalten, da „dies eine der ersten elektrischen Anlagen in Spanien war“, wie der Architekt und Leiter der Abteilung für das Nationale Kulturerbe, Luis Pérez de Prada, am Donnerstag (26.3.) bei einem Rundgang für die Presse erklärte.
Der Besuch beginnt in einem neuen, deutlich größeren Empfangsbereich für Besucher. Anschließend gelangen die Gäste in einen Saal, in dem ein audiovisueller Beitrag die Bedeutung des Almudaina-Palasts in seinem historischen Kontext erklärt.
Zudem soll besonderer Wert auf Barrierefreiheit gelegt werden. Vorgesehen seien angepasste Wege für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, eine induktive Höranlage für Besucher mit Hörproblemen sowie Texte in Brailleschrift und ein Tastmodell zur architektonischen Entwicklung des Monuments für Sehbehinderte.
Runddurchgang im Palast
Die Räume nach dem Empfangsbereich sollen den Besuchern einen klaren Eindruck davon vermitteln, was die Almudaina einst war und wie sich der Palast bis heute an diesem privilegierten Ort gegenüber der Kathedrale und in Meeresnähe entwickelt hat.
Im letzten Saal dieses Abschnitts gelangen die Besucher auf die Terrasse. Von dort hat man einen Blick auf den Parc de la Mar und im Vordergrund auf einen Bogen aus arabischer Zeit, unter dem einst Schiffe zur Werft gelangten. Damals reichte das Meer noch bis an diese Stelle heran.
Weitere Stationen der neuen Route sind die arabischen Bäder und die Kapelle Santa Ana, die derzeit wegen der Bauarbeiten noch mit Möbeln vollgestellt ist. Danach führt der Weg durch das Hauptportal hinauf in den oberen Bereich des sogenannten Tinell, dessen Spitzbögen durch eine Umgestaltung der heutigen Treppe stärker hervorgehoben werden sollen.

Die arabischen Bäder im Almudaina-Palast. / Manu Mielniezuk
Neue Räume für Besucher
Zudem werden vier Räume zurückgewonnen, die früher als Büros genutzt wurden. Sie führen in den bislang verborgenen Schatz des Palasts. Dort war früher das Regionalkommando der Balearen untergebracht. Durch eine Vereinbarung mit dem Verteidigungsministerium sei es gelungen, diese Einrichtung zu verlegen, um den prächtigen Bereich über den Gärten zu sanieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Der Palast ist zwar mittelalterlich, doch bei der Sanierung wurde auch die Gestaltung bewahrt, die nach dem Mallorca-Besuch von Königin Isabel II. im Jahr 1860 entstand. Besucher sollen nach der Wiedereröffnung im Sommer nachvollziehen können, wie sich das Gebäude über die Jahrhunderte verändert hat.
Zu sehen sein werden dann auch restaurierte historische Wandteppiche aus dem 16. Jahrhundert. Die Restaurierung wurde durch ein Abkommen zwischen der spanische Kulturerbe-Behörde und der Versicherung Axa ermöglicht.
Abonnieren, um zu lesen
- Mit Til Schweiger, Jan Josef Liefer, Anna Loos, Herbert Knaup und Ellen von Unwerth: Großer Bahnhof bei den Jacobys auf Mallorca
- Temperatursturz, Warnstufen und dann kommt der Frühling auf Mallorca zurück
- Streiks bei Lufthansa und Eurowings: Ist Ihr Mallorca-Flug betroffen?
- Erste Folge von 'Zwischen Meer und Maloche': So viel hat Mallorca-Gastronomin Krümel als Ablösesumme für das 'Schatzi' gezahlt
- Nach Teileinsturz des Speisesaals: Hotel auf Mallorca muss erst einmal schließen
- Wetter auf Mallorca: Der Frühling nimmt schon wieder an Fahrt auf
- Regen, Kälte und Sturm: Wie lange das schlechte Wetter auf Mallorca anhalten soll
- Pottwal, Buckelwal und Co.: Diese Walarten tummeln sich im Meer rund um Mallorca