Mängel an Palmas Stränden: Rettungsschwimmer kritisieren Start der Badesaison wegen fehlender Infrastruktur
Die Einsatzzeiten der socorristas wurden gekürzt und es fehlen Angebote für barrierefreies Baden

Socorristas
In Palma hat am Samstag die Badesaison an den Stadtstränden begonnen – allerdings unter prekären Bedingungen und mit erheblichen Mängeln bei den Dienstleistungen, die „das städtische Management infrage stellen“, wie der Verband der Rettungsschwimmer in einem Schreiben am Freitagabend (27.3.) kritisiert.
Zum Start fehlten medizinische Erstversorgung, Angebote für barrierefreies Baden sowie die üblichen Betreuungszelte für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Auch Zugangsstege, Toiletten, Duschen und die Bojenlinien zur Abgrenzung des sicheren Badebereichs waren noch nicht vorhanden, vor allem in Ciutat Jardí, Cala Estancia und Cala Major.
Verspätete Vergabe der Konzession
„Die Stadt entschuldigt diese Mängel mit der verspäteten Vergabe des Liegenservices, dessen Betreiber sich normalerweise um den Aufbau dieser wichtigen Infrastruktur kümmert. Mit diesem Vorwand hat das Rathaus von Palma aber keine Übergangslösung vorgesehen“, erklärt Julián Delgado, Vertreter des Betriebsausschusses der Rettungsschwimmer.
„Diese Defizite“, so Delgado weiter, „hindern uns auch daran, unsere üblichen Kontrollgänge an den Stränden durchzuführen, weil die Schichten normalerweise auf die Wachtürme, die Erste-Hilfe-Stationen und die Zelte verteilt werden. Dort wird das gesamte Strandmaterial aufbewahrt, damit Menschen mit eingeschränkter Mobilität sicher baden können. Jetzt haben wir nicht einmal Schattenplätze“, kritisiert er.
„Deshalb prangern wir an, dass diese Mängel, die durch fehlende Planung der Stadt verursacht wurden, nicht nur einen Qualitätsverlust beim Service bedeuten, sondern auch eine klare Diskriminierung und eine Verletzung der Grundrechte von Menschen mit eingeschränkter Mobilität darstellen“, betont Delgado.

Archivbild einer Rettungsschwimmer-Übung an der Playa de Palma auf Mallorca / Redaktion DM
Einsatzzeiten gekürzt
Auch die Arbeitszeiten der Rettungsschwimmer sorgen für Kritik. Nach Angaben des Kollektivs wurden die Einsatzzeiten in einigen Monaten gekürzt. Diese Einschnitte könnten die Sicherheit an den Stadtstränden Palmas gefährden, wo der Andrang von Badegästen groß sei.
Die Rettungsschwimmer ziehen ein düsteres Fazit: Gerade in einer Phase, in der Palma Tausende Besucher empfange, hinterlasse der Start der Saison ein besorgniserregendes Bild. Um einen Service sicherzustellen, der der Bedeutung der Küste der Stadt gerecht werde, müssten die Mängel dringend behoben werden.
Kritik nicht neu
Die Kritik der Rettungsschwimmer an der Organisation des Stranddienstes in Palma ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr hatte es immer wieder Protestaktionen und Streiktage gegeben, bei denen die Beschäftigten auf Personalmangel, Sicherheitsrisiken und schlechte Arbeitsbedingungen aufmerksam machten. Nach einem Sommer voller Spannungen kam es Ende Dezember 2025 jedoch zu einer Einigung: Arbeitgeber und Gewerkschaften unterzeichneten einen neuen Tarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen im Sektor bis Ende 2029 regelt. /slr
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