Zerstochene Reifen und Schmierereien: Erneut tourismusfeindliche Vorfälle auf Mallorca
Das Rathaus der Gemeinde Artà kritisiert die Anfeindungen und die Anwohner zeigen sich auf den sozialen Medien gespalten

Das Dorf Artà im Nordosten Mallorcas. / DM
Die Gemeinde Artà hat einem Facebook-Post am Freitag (27.3.) die jüngsten Vorfällen gegen Urlauber kritisiert. Damit sind zerstochenen Reifen an Mietwagen sowie auf Schmierereien im öffentlichen Raum mit Botschaften gegen den Tourismus gemeint, die die Guardia Civil anzeigte. Solche Taten seien inakzeptabel, hieß es, da sie das Zusammenleben, das Bild von Artà und den Respekt vor gemeinschaftlich genutzten Räumen beschädigten.
Zugleich räumte die Gemeinde im Nordosten Mallorcas ein, dass die Debatte über den Tourismus im Ort längst angekommen sei. In den vergangenen Jahren hätten der wachsende touristische Druck und die begrenzten Kapazitäten des Gemeindegebiets bei einem Teil der Bevölkerung Sorgen ausgelöst.
Hinzu kämen Faktoren wie die Verfügbarkeit von Ressourcen – insbesondere Wasser – sowie die Frage, wie viel Andrang die kommunalen Dienstleistungen verkraften können. Nach Angaben des Rathauses analysiert die zuständige Abteilung derzeit die Lage anhand verschiedener Gutachten und Studien, um mögliche Maßnahmen auf kommunaler Ebene zu prüfen.
Artà ist gespalten
Die Reaktionen unter dem Facebook-Beitrag zeigen, wie gespalten die Stimmung im Ort ist. Eine Nutzerin beklagt etwa: "Das Zusammenleben leidet auch dann, wenn Einheimische sich im eigenen Dorf kaum noch frei bewegen können. Gruppen von Radfahrern in Fußgängerzonen, oft noch in entgegengesetzer Richtung, und Mietwagen, die den Verkehr blockierten, gehören inzwischen zum Alltag."
Andere Stimmen warnen dagegen vor pauschaler Kritik am Tourismus. Ein Kommentator erinnerte daran, dass während der Pandemie vielerorts Transparente mit der Aufschrift „SOS Tourismus“ auf den Balkonen hingen. Offenbar sei das Gedächtnis mancher kurz, schrieb er.
In einem sind sich aber viele Kommentatoren einig: Die Gemeinde Artà braucht mehr Polizeipräsenz auf den Straßen.
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