Zehnjährige vergewaltigt und geschwängert: Prozess gegen Stiefvater startet auf Mallorca
Die Staatsanwaltschaft fordert 15 Jahre Haft für den Mann. Er nutzte es aus, dass die Mutter auf Geschäftsreise war

Der Fall wird im balearischen Landgericht verhandelt.
In der kommenden Woche soll der Prozess gegen einen Spanier starten, der seine zehnjährige Stieftochter auf Mallorca mehrfach vergewaltigt und geschwängert haben soll. Die Staatsanwaltschaft fordert 15 Jahre Haft und eine Entschädigung in Höhe von 20.000 Euro.
Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, die der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" vorliegt, kam es im Jahr 2024 zu den Vergewaltigungen. Der Angeklagte lebte zu der Zeit mit dem Kind und der Mutter in einer Wohnung in Palma. Das Mädchen soll ein absolutes Vertrauen gegenüber dem Stiefvater gehabt haben.
Mutter war auf Geschäftsreise
Das soll der Mann ausgenutzt haben, um die Zehnjährige zu sexuellen Handlungen zu bewegen. Er nutzte dabei aus, dass die Mutter sich auf Arbeitsreisen befand. Der Angeklagte soll auch nicht aufgehört haben, obwohl das Mädchen weinte, schrie und ihn bat, nicht weiterzumachen, da es Schmerzen empfinde.
Die Vergewaltigung kam Mitte Oktober ans Licht, als die Zehnjährige über Bauchschmerzen klagte und mit ihrer Mutter ins Krankenhaus Son Espases ging. Dort stellten die Ärzte fest, dass das Kind schwanger war und Verletzungen im Genitalbereich aufwies. Es handelte sich um eine abnorme Schwangerschaft, bei der kein lebensfähiges Baby entstand.
Nach kurzer Ermittlung nahm die Nationalpolizei den Stiefvater fest, der seitdem in Untersuchungshaft sitzt. Ihm wird ein wiederholtes Sexualdelikt gegenüber einer Minderjährigen vorgeworfen. Das Opfer leidet noch heute an den Folgen.
Zweiter großer Fall binnen weniger Wochen
Es ist der zweite größere Fall des Kindesmissbrauchs, der in den vergangenen Wochen vor das Gericht kam. Derzeit läuft noch der Prozess gegen den "Fritzl" Mallorcas, der ein junges Mädchen aus Afrika auf die Insel gebracht, in sklavenähnlichen Zuständen gehalten und immer wieder vergewaltigt haben soll. Der Fall wird hinter verschlossenen Türen verhandelt.
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