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Ballermann-Urlauber aufgepasst: Privater Sicherheitsdienst soll endlich für Ordnung an der Playa de Palma sorgen

Die Mitarbeiter des Wachdienstes gehen zwischen Mai und Oktober von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang auf Streife und greifen bei Vandalismus und kleinere Vergehen ein

Eine nächtliche Party am Ballermann

Eine nächtliche Party am Ballermann / DM

Ein privater Sicherheitsdienst soll den Exzessen an der Playa de Palma ein für allemal ein Ende setzen. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" exklusiv berichtet, heuert der neue Strandkonzessionär Marportsunbeach das Unternehmen BOC Seguridad an, um am Ballermann auf Streifzug zu gehen.

Die Wachleute sollen nachts während der Strandsaison im Einsatz sein: von Mai bis Oktober, von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Mutmaßlich fungieren tagsüber die Mitarbeiter des Konzessionärs selbst als Aufpasser.

BOC Seguridad postete erst am Donnerstag in den sozialen Netzwerken, dass "wegen Ausweitung der Dienstleistung Wachleute auf Mallorca gesucht werden":

Die Hauptaufgabe des Unternehmens soll darin bestehen, an der Strandpromenade auf Streife zu gehen und Liegen sowie Sonnenschirme vor Vandalismus zu schützen. Auch bei Saufgelagen, Schlägereien oder anderen Verstößen sollen die Wachleute einschreiten.

Werden sie Zeuge einer größeren Straftat, sollen die Sicherheitsleute die Polizei rufen. Insgesamt soll die Zusammenarbeit zwischen dem Privatunternehmen sowie Orts- und Nationalpolizei gefördert werden.

Das sagen die Hoteliers dazu

Auf MZ-Anfrage zeigte sich Pedro Marín, Präsident des Hotelierverbandes Playa de Palma, am Dienstag (7.4.) noch überrascht: "Das wäre mir neu, wenn es einen privaten Sicherheitsdienst geben wird. Dieses Jahr kommt da sicher nichts."

Allerdings hatte er selbst einen solchen mehrfach gefordert. "Auf Ibiza hat man sehr gute Resultate damit erzielt." Noch in dieser Woche wollte sich Marín mit dem Sicherheitsbeauftragten der Stadt Palma treffen, um das Thema mal wieder anzusprechen. Die große Frage, die da im Raum stand, war, wer die Kosten tragen soll. "Wir als Hoteliers steuern keinen Cent bei. Wir knöpfen den Urlaubern schon die Touristensteuer ab. Die soll für solche Dinge genutzt werden", sagte Marín.

Nun springt der Strandkonzessionär in die Bresche, der seinerseits 3 Millionen Euro jährlich bezahlen muss, um die Strandbewirtung übernehmen zu dürfen. Künftig müssen die Urlauber tiefer in die Tasche greifen, wenn sie sich eine Liege und einen Schirm leisten wollen.

Im vergangenen Jahr erst Polizei aufgestockt

Erst im Frühjahr 2025 hatte Palmas Bürgermeister Jaime Martínez das neue Sicherheitskonzept für die Playa de Palma vorgestellt. Es sollte Kameras, die mit künstlicher Intelligenz auf Verbrecherjagd gehen, Drohnen und mehr Ortspolizisten beinhalten. "Früher ist die Polizei nur im Auto an der Playa entlanggefahren, heute gehen die Streifen zu Fuß. Das ist schon mal gut", sagte Pedro Marín dazu.

Verschiedene Quellen haben der MZ jedoch berichtet, dass es am sogenannten Ballermann immer schlimmer zugeht. "Das vergangene Jahr war die schlimmste Saison überhaupt in Sachen Taschendiebstähle", sagte ein Kenner, der eng mit der Polizei zusammenarbeitet und der Behörde Untätigkeit vorwirft. Zu wenige Polizisten seien auf Streife, insbesondere nachts. "Dann sind die Polizeiwachen geschlossen und keiner schert sich darum, wenn bestohlene Urlauber eine Anzeige aufgeben wollen." Zumal auch die Sprachbarriere ein großes Problem sei.

Mittlerweile wird die Wache der Nationalpolizei an der Playa de Palma renoviert. Die Beamten zogen zu den Kollegen der Ortspolizei. Pedro Marín sieht darin einen Vorteil. "Die Kommunikationswege sind nun kurz. Das kann für die Zusammenarbeit nur förderlich sein."

Nicht nur in der Hauptsaison, auch im Winter seien mittlerweile immer mehr Taschendiebe unterwegs. "Das stimmt, dass wir uns beim Thema Sicherheit nicht nur auf den Sommer beschränken können", sagte Marín.

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