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Neue Studiengänge, mehr Studenten, große Pläne: Mallorcas neue Privat-Uni vor letzter parlamentarischer Hürde

Das Balearen-Parlament stimmt am Dienstag (14.4.) über die Gründung der neuen Privat-Universität UMAC ab. Die Zustimmung gilt als praktisch sicher

Der Eingangsbereich der Adema in Palma

Der Eingangsbereich der Adema in Palma / Alexandra Bosse

Soll es auf Mallorca eine neue Privat-Uni geben? Genau über diese Frage wird am Dienstag (14.4.) das Balearen-Parlament abstimmen. Dabei gilt der Ausgang als praktisch sicher: Die Gründung der Universität von Mallorca (UMAC) wird voraussichtlich mit den Stimmen der konservativen Regierungspartei PP und dem rechtsextremen Bündnispartner Vox, der Enthaltung der sozialistischen PSIB und der Ablehnung der linksgrünen Partei Més per Mallorca angenommen werden. Die neue private Hochschule, die von der privaten Stiftung Fundación Adema+ vorangetrieben wird und Standorte in Palmas Industriegebiet Son Rossinyol, in Coll d'en Rebassa und in Inca vorsieht, nimmt damit ihre letzte parlamentarische Hürde, bevor ihr administrativer Weg beginnt.

"Abwanderung verhindern"

Die UMAC ist ein Projekt der bereits existierenden Hochschule Adema. Noch ist sie an die öffentliche Balearen-Universität UIB angeschlossen, möchte aber deutlich wachsen, was unter dem Dach der UIB nicht mehr möglich ist. Wie der Sprecher der PP, Sebastià Sagreras, am Montag (13.4.) betonte, soll die neue Bildungseinrichtung das öffentliche System fortan ergänzen. So sollen an der UMAC Bachelor- und Masterstudiengänge sowie Promotionsprogramme angeboten werden, die es bisher auf den Balearen nicht gab. Unter anderem solle dadurch die Abwanderung von Studierenden verhindert werden. „Die Vielfalt des Bildungsangebots wird erhöht, damit möglichst viele junge Menschen auf den Inseln bleiben können, um dort zu studieren“, sagte er.

Die sozialistische Oppositionspartei PSIB hat sich dafür entschieden, eine eher zurückhaltende Position beizubehalten. Ihr Parlamentssprecher, Iago Negueruela, bestätigte im Vorhinein, dass die Sozialisten die Enthaltung wiederholen werden, die sie bereits bei der ersten Beratung eingenommen hatten. Eine Haltung, die am Ausgang praktisch nichts ändert: Selbst in dem hypothetischen Fall, dass Vox dagegen stimmen würde, würde das Gesetz mit der Mehrheit der PP verabschiedet.

Arbeitsbereich Kunst an der Universitätsschule Adema

Arbeitsbereich Kunst an der Universitätsschule Adema / Alexandra Bosse

"Private Interessen"

Deutlich kritischer fiel die Position von Més per Mallorca aus. Ihr Sprecher, Lluís Apesteguia, kündigte eine Gegenstimme an, obwohl der endgültige Gesetzestext, über den nun abgestimmt wird, einige ihrer zuvor eingereichten Verbesserungsvorschläge aufnimmt. Dazu gehören das Vorkaufs- und Rücktrittsrecht der Regierung im Falle eines Gesellschafterwechsels sowie die Verpflichtung, mindestens fünf Prozent der Einnahmen für Stipendien bereitzustellen. Dennoch warnte Apesteguia, dass diese Verbesserungen „das Grundproblem nicht lösen“. Seiner Ansicht nach dient das Gesetz „privaten Interessen“ und nicht einer echten Bildungsplanung.

Bei Vox galt die Unterstützung der Initiative als gesetzt, wenn auch ohne öffentliche Inszenierung auf der Pressekonferenz. Die Sprecherin Manuela Cañadas äußerte sich im Vorhinein nicht, doch die Partei bestätigte ihre Zustimmung und reiht sich damit in den Block ein, der die Verabschiedung des Gesetzes ermöglichen wird. Mit der parlamentarischen Zustimmung wird sich der Fokus dann auf den Regierungsrat (Consell de Govern) verlagern, der die tatsächliche Einführung der Studiengänge genehmigen muss, sobald der Antrag auf Aufnahme der Tätigkeit formal gestellt wird. Dieser Schritt erfordert außerdem die Zustimmung des Universitätsrates, der als letzte Instanz fungiert, bevor die UMAC im balearischen Hochschulsystem ihren Betrieb aufnehmen kann.

Große Pläne

Derzeit bietet Adema bereits die Studiengänge Ernährungswissenschaften, Zahnmedizin und Bildende Kunst an – die beiden letzteren auch auf Englisch. Am neuen Campus in Inca soll es in Kürze den Studiengang Design und den Master Innenarchitektur geben. Zusätzlich dazu sind mehrere Fachhochschulstudiengänge in den Bereichen Mode, Design und Schuhherstellung geplant. In Coll den Rabassa sollen vor allem die naturwissenschaftlichen Studiengänge unterkommen, so etwa Biomedizin, Medizin und Biomedizintechnik. Wie der Vorsitzende von Adema, Diego González, im vergangenen Oktober im MZ-Interview betonte, wolle man die Zahl der Studierenden in den kommenden Jahren von derzeit 800 auf rund 3.500 erhöhen. /somo

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